Ostschweizer Gemeinden entwässern nicht richtig

Der Bund verlangt seit 1997, dass jede Gemeinde einen speziellen Entwässerungsplan erstellt. Ziel ist unter anderem, dass Schmutzwasser und Regenwasser getrennt werden. In den Kantonen St. Gallen und Graubünden gibt es Gemeinden, welche die Vorgabe immer noch nicht umgesetzt haben.

Schacht in die Kanalisation

Bildlegende: Der Sarganser Gemeindepräsident will den GEP bis Ende 2014 abgeschlossen haben. Keystone

Wenn es viel regnet, sind die Kläranlagen überlastet, weil auch Regenwasser in das Schmutzwasser fliesst. Deshalb verlangt der Bund, dass schmutziges und sauberes Wasser getrennt werden. Das Instrument für die Umsetzung ist der Generelle Entwässerungsplan (GEP), welcher seit 1997 von jeder Gemeinde erstellt werden muss.

Im Kanton St. Gallen haben Sevelen und Sargans immer noch keinen GEP. Der Sarganser Gemeindepräsident Jörg Tanner verweist auf die Kapazitäten des Gemeindeplaners, welche eingeschränkt seien. Zudem habe Sargans mehr Koordinationsaufwand, weil man sich mit Vilters-Wangs und Mels abgesprochen habe.

Wenig Druck, niedrige Priorität

Von ursprünglich über 200 Gemeinden im Kanton Graubünden sind lediglich 64 GEP fertiggestellt. Yves Quirin vom Amt für Umwelt gibt zu, dass die Prioritäten anders gesetzt wurden.

Nun macht der Bund aber Druck. Subventionen für die Erarbeitung des GEP, was immerhin bis zu 200 Franken pro Einwohner kostet, werden nur noch bis Ende 2015 ausbezahlt.