Ostschweizer Imker-Kurse boomen

Imker-Kurse verzeichnen schweizweit einen Boom. In der Ostschweiz ist die Nachfrage so gross, dass bereits Wartelisten bestehen. Die Zahl der Kursteilnehmer hat sich verdoppelt. Die Verantwortlichen führen den Boom auf den Kinofilm «More than Honey» von Dokumentar-Filmer Markus Imhoof zurück.

Hans Züst, Präsident des Imkerverbandes St. Gallen-Appenzell, vor einem Bienenhaus.

Bildlegende: Hans Züst, Präsident Imkerverband St. Gallen-Appenzell: «Es ist eine Freude. Immer mehr Leute besuchen unsere Kurse.» SRF

Imkerkurse sind im ganzen Land überbucht. In gewissen Gebieten wie im Thurgau gibt es bereits Wartelisten bis ins Jahr 2015. Interessenten werden auch im Kanton St. Gallen auf nächstes Jahr vertröstet. Der preisgekrönte Dok-Film «More than Honey» von Markus Imhoof hat viel zum Boom beigetragen. Hans Züst, Präsident des Imkerverbandes St. Gallen-Appenzell: «Der Dok-Film hat die Leute wachgerüttelt und aufgezeigt, wie wichtig die Bienen für unser Überleben sind.»

Zahl der Kursteilnehmer verdoppelt

Bei Hans Züst absolvieren derzeit 50 Teilnehmer einen zweijährigen Kurs zur Ausbildung zum Imker. Das sind doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren. Das grosse Interesse in den Regionen widerspiegelt sich im nationalen Trend. 900 Teilnehmer sind schweizweit gemeldet. Das entspricht einer Verdopplung. Die Männer und Frauen erlernen das Handwerk der Bienenzucht. In Theorie und Praxis wird aufgezeigt, wie man zum Beispiel einen Schwarm einfängt oder wie man Waben-Rahmen verdrahtet.

Zunahmen von Bienenvölkern kein Problem

Hans Züst, der Präsident des Imkerverbandes St. Gallen-Appenzell, glaubt nicht, dass das Futter für die steigenden Bienen-Populationen knapp werden könnte. Es herrsche zwar in der Schweiz eine hohe Bienendichte, es sei aber vertretbar. Zwei Drittel der Kursteilnehmer halten später selber Bienen, weil aber immer wieder ältere Imker aufhören, gleiche sich das aus, ist Züst überzeugt. Er lässt keine Kritik am gesteigerten Interesse an Imker-Kursen zu. Im Gegenteil: «Endlich ist unser Nachwuchsproblem gelöst.»