Ostschweizer Kantone bleiben bei den schwarzen Listen

2007 führte der Kanton Thurgau als erster Kanton schwarze Listen für säumige Krankenkassenprämienzahler ein. Ebenfalls ein Pionierkanton war Schaffhausen. Doch Schaffhausen zieht jetzt die Notbremse und verzichtet auf die Weiterführung der Listen. Zu teuer. In der Ostschweiz bleibt alles wie es ist.

Krankenkassen-Karte

Bildlegende: Immer mehr Schweizer bezahlen die Krankenkassenprämien nicht – immerhin rund eine halbe Million Kassenmitglieder. Keystone

660 Personen stehen im Kanton Schaffhausen auf der schwarzen Liste der säumigen Krankenkassenzahler. Ärzte und Spitäler haben Zugriff auf diese Liste und können Behandlung – ausser in Notfällen – verweigern.

Im Jahr 2012 gehörte Schaffhausen zu den ersten Kantonen mit einer solchen Liste. Nun zieht die Kantonsregierung die Notbremse. Die abschreckende Wirkung sei nicht eingetreten, der Spareffekt sei minim, sagt Daniel Schär, stellvertretender Leiter des Sozialversicherungsamts Schaffhausen.

Anderer Meinung ist man im Thurgau, wo bereits 2007 solche Listen eingeführt wurden. Zwar liegen noch keine detaillierten Zahlen über den Verwaltungsaufwand vor, doch unter dem Strich lohnen sich solche Listen, so Susanne Schuppisser vom Thurgauer Gesundheitsamt.

Noch kein Datenmaterial gibt es aus Graubünden (seit 2014) und St.Gallen (2015); Glarus und beide Appenzell haben bislang keine schwarzen Listen eingeführt.