Ostschweizer Kantone haben Finanzen im Griff - vorerst

Die Budgets der Ostschweizer Kantone für 2017 sind mehr oder weniger ausgeglichen. Im Verhältnis zum Aufwand sind alle leicht im Plus oder leicht im Minus. Für die Zukunft malen die Finanzdirektoren allerdings wieder schwärzer.

Die Sparpakete der vergangenen Jahren scheinen in den Ostschweizer Kantonen gewirkt zu haben. Alle Budgets rechnen mit Ergebnissen von leicht im Plus bis leicht im Minus. Im Verhältnis zum Aufwand sind die Prognosen überall gut verkraftbar. Die Ostschweizer Finanzdirektoren sind denn auch nicht mehr so pessimistisch.

Budget 2017

Kanton
Ertrags-/Aufwandüberschuss
Gesamtaufwand
St.Gallen
+285 Mio. (ohne Sondereffekt: -38 Mio.)
5 Mrd.
Graubünden-20,1 Mio.
2,4 Mrd.
Thurgau+7,9 Mio.
2,1 Mrd.
Appenzell Ausserrhoden
+14,8 Mio.
440 Mio.
Glarus+0,4 Mio.
348 Mio.
Appenzell Innerrhoden
-2,3 Mio.
153 Mio.
«  Der ganze Gesundheitsbereich wird für die Kantonsfinanzen eine starke Herausforderung sein. »

Christoph Schaltegger
Professor für öffentliche Finanzen

Dennoch warnen die Kantone vor allzu positiven Aussichten. In Zukunft gibt es viele Unsicherheiten. Allen voran macht den Finanzdirektoren die Unternehmenssteuerreform III des Bundes Sorgen. Diese dürfte zu grossen Veränderungen führen. Die Auswirkungen sind aber noch nicht ganz klar.

Auch Christoph Schaltegger, Professor für öffentliche Finanzen an der Universität St. Gallen, sagt, dass die Kantone herausgefordert sind. Es gebe sehr viele Faktoren, welche die Kantone nicht beeinflussen können. Die Unsicherheiten, insbesondere aufgrund der Unternehmenssteuerreform, seien grösser als im Normalfall.

Schaltegger sieht aber nicht die Unsicherheiten als grösstes Problem. Die Alterung der Gesellschaft und damit auch die steigenden Kosten in verschiedenen Bereichen würden eine viel grössere Herausforderung darstellen. Das gelte aber auch für die Gemeinden und den Bund.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr