Ostschweizer Kinderspital baut eine provisorische Intensivstation

Seit Anfang Januar wird beim Ostschweizer Kinderspital in St.Gallen gebaut. Auf der Südseite wird ein Provisorium für die zu kleine Intensivstation erstellt. Bereits in Planung ist der Neubau des Kinderspitals, der 2022 beim Kantonsspital St.Gallen eröffnet werden soll.

Das Kinderspital platzt aus allen Nähten. Weil es zu wenig Patientenzimmer gibt, musste die Spitalapotheke in ein Behandlungszimmer umgewandelt werden.

Auf der Intensivstation spricht man sogar vom Notstand. Vor drei Jahren hat die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin das Spital deshalb gerügt und aufgefordert, den Platzmangel zu beheben. Sollte das Kinderspital dem nicht nachkommen, so werde man dem Spital die Zertifizierung entziehen, hiess es in einem Brief der Fachgesellschaft.

Spitalleitung reagiert auf Drohung der Fachgesellschaft

Während drei Jahren hat die Spitalleitung nach einer Lösung gesucht. Ein Anbau im Westen der Klinik wurde aber durch Einsprachen verzögert. Vor Weihnachten hat das Ostschweizer Kinderspital nun eine Baugenehmigung von der Stadt St.Gallen für ein Provisorium südlich des Spitalgebäudes erhalten. Anfang Januar war Baustart, bis 2016 soll das zweistöckige Gebäude bezugsbereit sein.

Um Platz zu schaffen, musste auch der Helikopter-Landeplatz um einige Meter verschoben werden. «Wir haben mit der Rega eine elegante Lösung gefunden, damit der Anflugswinkel immer noch die strengen Anforderungen erfüllt», sagt Spitaldirektor Marco Fischer.

Für zwei Provisorien, eine Erweiterung der Autoparkplätze und die Verlegung des Heli-Landeplatzes investiert das Ostschweizer Kinderspital insgesamt 10 Millionen Franken.

«Wir müssen jetzt handeln»

Für insgesamt 187 Millionen Franken soll bis 2022 auf dem Gelände des St.Galler Kantonsspitals ein Neubau für das Kinderspital entstehen. Das St.Galler Stimmvolk hat im November ein entsprechendes Darlehen bewilligt (125,6 Mio.). Die Regierungen der Kantone Thurgau (25,4 Mio.) und Appenzell Ausserrhoden (13,9 Mio.) und des Fürstentum Liechtensteins (4 Mio.) haben ebenfalls grünes Licht gegeben. Ein Entscheid aus Appenzell Innerrhoden wird an der Landsgemeinde Ende April gefällt (3,6 Mio.). Derzeit sei man an einer Grobplanung, sagt Spitaldirektor Marco Fischer. «Der gleichzeitige Bau eines Provisoriums und eines neuen Spitals ist kein Widerspruch», betont Fischer, «wir können bei diesem Platzmangel nicht sieben Jahre warten. Wir müssen jetzt handeln, damit wir die Standards einhalten können, um die Patienten optimal zu behandeln.»

Von Graubünden bis zum Bodensee

Das Ostschweizer Kinderspital wurde 1909 als Säuglingsspital gegründet. Zu den Trägern gehören die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, St.Gallen, Thurgau sowie das Fürstentum Liechtenstein. Seit 1966 erbringt das Spital für das Einzugsgebiet von Graubünden bis zum Bodensee die Grund- und Zentrumsversorgung in der Pädiatrie.