Ostschweizer Konjunktur bleibt stabil

Die Ostschweizer Wirtschaft hält sich trotz Rezession in der Eurozone relativ gut. Sowohl der aktuelle Geschäftsgang als auch der Ausblick auf die Geschäfte in den kommenden Monaten fallen mehrheitlich zufriedenstellend aus.

Arbeiter auf einer Ostschweizer Baustelle

Bildlegende: Die Ostschweizer Bauwirtschaft profitiert nach wie vor von den tiefen Hypothekarzinsen. Keystone

Die Euro-Zone kommt wirtschaftlich nicht auf die Beine. Die EU-Kommission erwartet 2013 das zweite Rezessionsjahr in Folge, das heisst eine um 0.4 Prozent schrumpfende Wirtschaftsleistung. Vor diesem doch eher trüben Umfeld erstaunt es, dass die Ostschweizer Industrie gemäss den Ergebnissen der April-Umfrage im 1. Quartal 2013 Boden gefunden hat, schreibt das Ostschweizer Beratungsunternehmen Ecopol in seinem neuesten Bericht. Im Vergleich zum Vormonat März berichtet eine Mehrheit der Teilnehmer am Konjunkturtest über gestiegene Bestellungseingänge, leicht verbesserte Auftragsbestände und eine höhere Produktion.

Probleme für Exportfirmen

Relativiert werden diese positiven Daten durch einen Vergleich mit dem Vorjahr, denn dann zeigt sich, dass die Werte nach wie vor deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.  Als grösstes Hindernis wird von den Unternehmen die ungenügende Nachfrage aus dem Ausland angegeben. Die Stimmung ist denn auch bei den binnenorientierten Unternehmen besser als bei stark exportorientierten. Branchenmässig betrachtet, spüren die Maschinen-, Elektro-, Chemie- und Kunststoffindustrie Rückenwind. Im Gegenwind befinden sich nach wie vor die Textil- sowie die Papier-/Druckindustrie. In der Metallindustrie hat sich die Lage auf relativ hohem Niveau stabilisiert. Die Erwartungen der Industriefirmen bezüglich Bestellungseingang, Exporte und Produktion für die kommenden sechs Monaten zeigen nach oben.

Baugewerbe in guter Verfassung

Die Ostschweizer Bauwirtschaft zeigt eine gute Verfassung. Der Auslastungsgrad der Maschinen- und Gerätekapazitäten liegt im April bei 75 Prozent und damit über dem langjährigen Durchschnitt. Die  Geschäftslage im Ostschweizer Baugewerbe wird im April mehrheitlich positiv beurteilt. Das Urteil über die Arbeitsvorräte ist konstant gut. Deren Reichweite beträgt im Durchschnitt um die 4 bis 5 Monate. Das Ausbaugewerbe wurde im Unterschied zum Bauhauptgewerbe durch die kalten und schneereichen Wintermonate kaum tangiert. Deshalb stimmt im Ausbaugewerbe auch die Ertragslage. Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt unverändert positiv. 

Gute Stimmung beim Detailhandel

Der Schwung, mit dem der Ostschweizer Detailhandel ins neue Jahr gestartet ist, konnte nicht in die Frühlingsmonate hinein gerettet werden. Grund dafür dürfte unter anderem auch der ungewöhnlich lange Winter sein, der das bereitstehende Frühlingssortiment zu Ladenhütern machte. Die vorlaufenden Indikatoren zum Ostschweizer Detailhandel tendieren in der April-Konjunkturumfrage nach oben. So erwarten die Ostschweizer Detailhändler in den kommenden sechs Monaten einen höheren Umsatz und eine Verbesserung der Geschäftslage.