Ostschweizer Politiker kritisieren Superchefredaktor

Die NZZ hat angekündigt, dass die Regionalzeitungen in Zukunft mehr zusammenarbeiten. Neu wird ein Superchefredaktor allein für den Inlandteil aller Regionalzeitungen – darunter das St. Galler Tagblatt – zuständig sein. Das kritisiert ein grosser Teil der nationalen Politiker aus der Ostschweiz.


Zeitungen im Zeitungsständer

Bildlegende: Ein Superchefredaktor ist neu für den Inlandteil aller Regionaltitel verantwortlich – darunter das St. Galler Tagblatt. Keystone

«Die St. Galler Regierung bedauert die Entwicklung. Wir sind enttäuscht. Es zeichnet sich ab, dass der Ostschweizer Bezug rückläufig sein wird, wenn es um nationale Themen geht. Das ist keine gute Entwicklung», so der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth gestern.

Ihm widerspricht der Thurgauer FDP-Nationalrat Hermann Hess. Eine Zeitung müsse wirtschaftlich gesund sein. Um in der Ostschweiz erfolgreich zu sein, müsse man einen Bezug zur Ostschweiz herstellen. Deswegen hat der Thurgauer Unternehmer keine Bedenken gegenüber der Neuorganisation der Regionalmedien der NZZ.

Zuerst Relevanz dann Regionalität

Immer wieder betonen Ostschweizer Politiker im Gespräch mit dem Regionaljournal Ostschweiz, dass sie die wirtschaftlichen Realitäten verstehen würden. Trotzdem würden durch die Neuorganisation nicht nur Ostschweizer Stimmen verstummen, sondern auch Ostschweizer Themen, die in Bern verhandelt werden, nicht mehr soviel Gewicht bekommen. Das betonen die SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher und der CVP-Ständerat Ivo Bischofberger.

Jürg Weber, der Leiter der Regionalmedien bei der NZZ, betont, dass es bei der Auswahl vor allem um relevante Stimmen gehe. Das sei das wichtigste Kriterium. Und ideal sei es dann, wenn die relevanten Stimmen aus der Ostschweiz kommen würden. Aber das sei immer weniger der Fall, sagt der Schweizer Bauernpräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter.