Ostschweizer Unternehmer entdecken die Politik

Wegen der aktuellen Wirtschaftslage mischen auffällig viele Unternehmer im Wahlkampf mit. Auch Ostschweizer Firmeninhaber kämpfen um einen Sitz im Nationalrat. Für ihre Betriebe ist der Einkaufstourismus ein grosses Problem. Sie haben die Preise gesenkt und hoffen nun auf Hilfe aus der Politik.

Marianne Sax, Stefan Britschgi und Diana Gutjahr

Bildlegende: Marianne Sax, Stefan Britschgi, Diana Gutjahr – Unternehmerinnen und Unternehmer wollen in den Nationalrat. SRF / Fabienne Frei

Marianne Sax führt seit 25 Jahren eine Buchhandlung im Zentrum von Frauenfeld. Ausserdem ist sie Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbandes. Seit der Aufhebung des Mindestkurses verzeichnet ihre Branche massive Umsatzeinbussen. Viele Buchhandlungen und Verlage haben darum bereits die Preise gesenkt. Sax, welche für die SP Thurgau in den Nationalrat will, verlangt darum: «Schulen, Bibliotheken und Verwaltung sollen ihre Bücher bei lokalen Buchhandlungen bestellen.»

Weniger Bürokratie

Auch Gemüseproduzent Stefan Britschgi aus Diepoldsau hat Forderungen an die Politik. Er verlangt, dass die Bürokratie abgebaut wird. «Man soll uns einfach in Ruhe arbeiten lassen», sagt Britschgi, der für die St. Galler FDP für den Nationalrat kandidiert. Heute verbringe er viel Zeit im Büro, weil er Daten für amtliche Statistiken zusammensuchen müsse. Viel besser wäre es, diese Zeit in die Entwicklung des Unternehmens zu investieren.

Preise wie bei der ausländischen Konkurrenz

Metallbau-Unternehmerin Diana Gutjahr steht auf der Nationalratsliste der SVP Thurgau. Auch sie klagt über die ausufernde Bürokratie. Sie findet, dass für jedes neue Gesetz mindestens zwei alte abgeschafft werden müssen. Nach dem Frankenschock habe ihr Unternehmen die Preise gesenkt um mit der ausländischen Konkurrenz mitzuhalten. Ausserdem werden laufend die Prozesse optimiert. «Wir halten am Standort Romanshorn fest und wollen auch alle Arbeitsplätze sichern», sagt Gutjahr.

SRF, Schweiz aktuell, 19 Uhr