Ostschweizer Wetter war zu kalt für den Feuerbrand

Die kalten Frühlingstage waren für die Ostschweizer Obstbauern ein Segen. Der Feuerbrand konnte sich nicht ausbreiten, und die Apfelbäume mussten auch nicht vorsorglich mit dem Antibiotika Streptomycin behandelt werden. Das erste Mal seit fünf Jahren.

Blüte eines Apfelbaums

Bildlegende: Obstbäume zeigen auch bei tiefen Temperaturen ihre Knospen, für den Feuerbrand ist es zu kalt. Keystone

Das Stäbchenbakterium Erwinia amylovora ist bei Obstbauern nicht gerne gesehen. Wenn es sich im Frühjahr auf den noch jungen Trieben der Apfelbäume einnistet, dann ist es oft zu spät: Wenige Monate später entwickelt sich die Feuerbrand-Krankheit, und die Obstbäume müssen gefällt werden. Verheerend entwickelte sich die Krankheit vor sechs Jahren, als im Thurgau auf 56 Hektar gut 200'000 Bäume gerodet werden mussten, 2012 waren es immerhin 18'000 Bäume. Um das Schlimmste zu verhindern, wird seit Frühling 2008 das umstrittene Antibiotika Streptomycin eingesetzt. Dazu bedarf es einer Genehmigung durch das Bundesamt für Landwirtschaft.

Das vergangene Halbjahr war für die Ostschweizer Obstbauern eine gute Saison. Der kalte Frühling verunmöglichte den Befall der Triebe durch das Bakterium. Die Ostschweizer Bauern konnten deshalb auf den Einsatz von Streptomycin verzichten. «Kein einziges Gramm wurde eingesetzt», sagt Eduard Holliger von der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil.

Allerdings hatte der nasskalte Frühlingswetter auch seine Kehrseiten: Pilzkrankheiten konnten sich besser ausbreiten, so Holliger. Vor allem für den Schorf sei das fechte und kalte Wetter ideal, der Feuerbrand hingegen bevorzuge warme Temperaturen.