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Pierin Vincenz kritisiert Haft «Die Dauer war völlig unverhältnismässig»

Legende: Video Pierin Vincenz aus U-Haft entlassen abspielen. Laufzeit 4:19 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.06.2018.
  • Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist unter Auflage von Ersatzmassnahmen aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
  • Das Verfahren gegen sämtliche Beschuldigte läuft weiter. Das teilt die Staatsanwaltschaft Zürich mit.
  • Vincenz war wegen des Vorwurfs auf ungetreue Geschäftsbesorgung verhaftet worden.
  • Er bestreitet die Vorwürfe. In einer Mitteilung kündigt er an, sich mit allen Mitteln dagegen zu wehren.

Nach seiner Entlassung richtete sich Pierin Vincenz via Kommunikationsberater an die Öffentlichkeit. «Die Eröffnung des Strafverfahrens kam für mich völlig überraschend», wird er in einer Mitteilung zitiert. Er kritisiert die Untersuchungshaft als «unnötig» und bezeichnet deren Dauer als «völlig unverhältnismässig». «Was ich in den letzten Wochen erlebt habe, wünsche ich niemandem.»

Legende: Video Studiogespräch mit Reto Lipp über den Fall von Pierin Vincenz abspielen. Laufzeit 2:04 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.06.2018.

Vincenz kann sich grundsätzlich frei bewegen

Die Staatsanwaltschaft Zürich hat sich nicht zur Art der Ersatzmassnahmen geäussert. Möglich wären laut Gesetz etwa die Hinterlegung eines Geldbetrags oder ein Kontaktverbot zu gewissen Personen. Abgesehen von derartigen möglichen Einschränkungen kann sich Vincenz aber frei bewegen. Die «sehr intensive» Untersuchung sei «weit fortgeschritten», schreibt die Staatsanwaltschaft. Als nächstes wird entschieden, ob gegen Vincenz und weitere Beteiligte Anklage erhoben wird.

Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung

Der ehemalige Raiffeisen-Chef war Ende Februar verhaftet worden. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Vincenz wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Der langjährige Chef der Bankengruppe soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet Interessenskonflikte und verdeckte Treuhandverhältnisse verschwiegen und persönlich profitiert haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Vincenz bestreitet die Vorwürfe.

Im vergangenen Dezember hatte Aduno und im Februar Raiffeisen Anzeige gegen Vincenz erstattet. Seitdem wurden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf weitere Personen ausgeweitet.

Mitte Mai war die Untersuchungshaft gegen Vincenz wegen möglicher weiterer, strafrechtlich relevanten Transaktionen verlängert worden. Mit Vincenz aus der Untersuchungshaft entlassen wurde auch dessen Geschäftspartner Beat Stocker.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Kari Raeschter (K. Raeschter)
    Was sich Pierin Vincenz zum Teil geleistet hat, war ja auch nicht rechtens. Darum mag er wohl nicht sprechen. Wie war das nur zum Bsp. mit seiner Frau, welche er als Chefin der Rechtsabteilung eingesetzt hat und als es "heiss" wurde ins Sabbatical in die USA auf Kosten der Raiffeisen. Er sollte jetzt ein bisschen leiser auftreten.
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  • Kommentar von frank müller (frankysrf)
    solange er von einem gericht nicht verurteilt worden ist, ist er unschuldig, egal, ob er rechtens oder nicht rechtens in untersuchungshaft war. eine anklage ist kein urteil und kein beweis, aber er wird bereits vorverurteilt als sei es sicher, dass er verurteilt werden wird. das rechts- bzw unrechtsverständnis ist bei vielen menschen nicht sehr hoch...
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das jahrelange Miss-Verhalten des Bankchefs, war völlig unverhältnismässig und nicht verhaltenskonform!!
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