Polizeischutz für Privatpersonen ist selten

Russischen Medien zufolge ist der in Rapperswil-Jona wohnhafte Putin-Kritiker Michail Chodorkowski in Gefahr. Er soll auf einer Abschussliste stehen. Es wird spekuliert, dass er von der Kantonspolizei St. Gallen beschützt wird. Das wäre kein Einzelfall.

Kantonpolizei kontrolliert Fahrzeuge auf der Strasse während dem WEF

Bildlegende: Während dem WEF muss die Kantonspolizei Graubünden zwischen 50 und 80 völkerrechtlich geschützte Personen schützen. ZVG

Die Polizei unterscheidet zwischen dem Polizeischutz für Privatpersonen und völkerrechtlich geschützten Personen. Dazu gehören höhere Politiker, Staatsoberhäupter oder Angehörige von Königshäusern. Im Falle von Privatpersonen, dazu zählt auch Michail Chodorkowski, beschützt die Polizei jährlich etwa fünf, sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St. Galler Kantonspolizei. Zuerst würde man bei einer Bedrohung versuchen, den Droher zu verhaften, falls dies nicht gelinge oder nicht möglich sei, würde ein Polizeischutz in Betracht gezogen.

Ob Michail Chodorkowski zur Zeit unter Polizeischutz steht, lässt die Polizei aus taktischen Gründen offen. Man sei aber mit ihm und seinem Anwalt ständig in Kontakt, um die richtigen Massnahmen zu treffen.

Schutz für völkerrechtliche Personen

30 bis 35 Einsätze im Jahr macht die St. Galler Polizei für den Bund. Der Bundessicherheitsdienst informiert die Korps der Kantonspolizei darüber, welche Personen wie beschützt werden müssen.

Wegen dem WEF im Januar in Davos hat die Kantonspolizei Graubünden viele solche Einsätze. Zwischen 50 bis 80 seien es, so Mediensprecher Thomas Hobi. Unter dem Jahr kämen vereinzelte Politiker oder Staatsoberhäupter in den Kanton in die Ferien und auch da müssten diese Personen teils beschützt werden. Dies seien aber wenige.