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Ostschweiz Potenzial der Wasserkraft ist ausgeschöpft

Die Wasserkraft ist die wichtigste Stromquelle im Kanton St. Gallen. Mit der vom Bundesrat eingeläuteten Energiewende will auch St. Gallen weg vom Atomstrom. Doch das ist nicht so einfach: Das Potential der Wasserkraft ist nämlich nahezu ausgeschöpft, sagt Reto Denoth vom Amt für Umwelt und Energie.

Legende:
Wasserkraftanlagen im Kanton St. Gallen Die Wasserkraft im Kanton St. Gallen wird zu über 50 Prozent in sogenannten Minianlagen produziert. Amt für Umwelt und Energie St. Gallen/Stand Feb. 2014

Die 165 Wasserkraftanlagen im Kanton St. Gallen produzieren im Durchschnitt 670 Gigawattstunden Strom. Das ist drei Viertel des Stroms, der im Kanton insgesamt erzeugt wird.

Auf den ersten Blick scheint diese Zahl sehr hoch. Doch ein weiterer Blick in die Statistik zeigt, dass damit nur 19 Prozent des elektrischen Energiebedarfs gedeckt werden kann.

Die Wasserkraft hat im Kanton durchaus eine Zukunft.
Autor: Reto Denoth

Dieser Anteil muss in den kommenden Jahren erhöht werden, da St. Gallen den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat. Derzeit sind mehrere Ausbauprojekte gelant.

  • Für das Kraftwerk Berschnerbach bei Walenstadt hat die St. Galler Regierung Anfang 2014 ein Konzessionsgesuch bewilligt. Das Kraftwerk soll 10 Gigawattstunden Strom produzieren – was dem Elektrizitätsverbrauch von 2500 Haushaltungen entspricht. Gegen die Konzession hat die Greina-Stiftung rekkuriert.
  • An der Thur im Toggenburg sollen drei Laufkraftwerke entstehen. Ein Konzessionsgesuch ist im Januar 2014 bei der Regierung eingegangen, ein erster (nicht öffentlicher) Entscheid wurde den Gesuchstellern bereits mündlich mitgeteilt, die offizielle Stellungnahme erfolgt demnächst. Umweltorganisationen haben bereits Rekurse angekündigt.
  • Und mit einem weiteren Projekt soll der Alpenrhein für mehrere Laufkraftwerke gestaut werden. Bereits in den 1980er-Jahren wurde ein ähnliches Projekt zur Diskussion gestellt, erhielt aber 1993 von der St. Galler Regierung keinen Sukurs. Nun liegt ein neues Vorprojekt auf, das von Bundesrätin Doris Leuthard Unterstützung erhält. In einem Artikel im Magazin «Rheinfluss» unterstreicht sie ausdrücklich das Potenzial dieser Laufkraftwerke.

Reto Denoth vom St. Galler Amt für Umwelt und Energie hält wenig von der Idee, den Rhein zu stauen. Im Gespräch mit dem «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1 betont er, dass aber noch keine Grundlagen vorliegen, um ein abschliessendes Urteil fällen zu können. Grosses Potenzial sieht er im Kraftwerk Berschnerbach. «Die Wasserkraft hat im Kanton durchaus eine Zukunft», so Denoth.

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