Projekt Zeitvorsorge braucht Zeit

Ältere Menschen, die in der Stadt St. Gallen nicht alleine zum Arzt fahren wollen oder ein Pyjama brauchen, können die Zeit von Freiwilligen nutzen. Letztes Jahr verzeichnete die Zeitvorsorge 6300 Stunden. Interessant wäre das Projekt auch für andere Gemeinden, aber dafür sei es zu früh.

Ein junger Mann unterstützt einen älteren Mann bei der Reperatur.

Bildlegende: Bei der Zeitvorsorge können verschiedene Leistungen bezogen werden, wie Post sortieren, vorlesen oder spazieren gehen. Imago

Die Anzahl freiwilliger Zeitvorsorgender - also Freiwillige, die bereit sind, Älteren zu helfen - sei ordentlich, meint Geschäftsführerin Priska Muggli. Es sei schwieriger Menschen zu finden, die Leistungen brauchen: «Das heisst aber nicht, dass es den Bedarf nicht gibt. Aber die ältere Generation ist sich noch daran gewöhnt, alles selber machen zu müssen.»

Unterstützt wird das Projekt auch vom Kanton St. Gallen. Die St. Galler Regierung hat nun aufgrund einer Anfrage aus dem Kantonsrat abgeklärt, ob sich die Zeitvorsorge auch für andere Gemeinden und Städte im Kanton eignen würde. Allerdings sei es dafür zu früh. Eine grosse Herausforderung sieht Andrea Lübberstedt, Leiterin Amt für Soziales, vor allem in der Zusammenarbeit zwischen bestehenden Institutionen, wie Spitex oder Kirchgemeinden.

Zeitvorsorge St. Gallen:

Ende 2012 wurde das Projekt in der Stadt St. Gallen ins Leben gerufen. Letztes Jahr war das erste ordentliche Betriebsjahr. 6300 Stunden wurden geleistet. Bisher stehen 90 Freiwillige im Einsatz. Nächstes Jahr soll eine Auswertung zum Projekt vorliegen. Eine solche Studie hat das Stadtparlament in Auftrag gegeben.