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Prozess in St. Gallen «Kind als Sexspielzeug missbraucht»

Die heute 31-jährige Mutter und ihr ehemaliger Sexpartner, heute 53 Jahre alt, hatten eine spezielle Art von Beziehung. Sie war seine Sklavin, er ihr «Herr». Dieses Abhängigkeitsverhältnis hielten sie auch in einer sogenannten «Seelenurkunde» fest. Darin schrieb die heute 31-Jährige, der «Herr» könne frei über sie und ihre damals fünfjährige Tochter verfügen. Ebenfalls stand darin, dass sie ihm ihre «Rechte als menschliches Wesen» abtrete. Und weiter: «Ebenso vertraue ich ihm die Erziehung meiner geliebten Tochter an.»

Wollten Mädchen zur Sexsklavin ausbilden

In den Monaten darauf wollten die beiden laut Anklage das fünfjährige Mädchen zur Sexsklavin ausbilden. Dabei soll es auch zu sexuellen Übergriffen seitens der Mutter auf die Tochter gekommen sein. Die Fotos und Videos davon schickte sie ihrem «Herrn».

Die Sklavin und ihr «Herr» haben das Kind als Sexspielzeug missbraucht
Autor: Staatsanwalt

Der Staatsanwalt forderte am Donnerstagmorgen für die beiden mehrjährige Freiheitsstrafen wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Pornografie und im Falle der Mutter wegen mehrfacher Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. Der Mann soll für fünf, die Mutter für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Ich liebe meine Tochter und will ihr Mami bleiben. Ich will ihr zeigen, dass sie mir fehlt.
Autor: Mutter

Die angeklagte Mutter legte vor Gericht ein Geständnis ab. Sie sagte, sie hätte eine gute Sklavin sein wollen und Angst gehabt, ihren Partner zu verlieren. Dieser wiederum versuchte, das Geschehene zu relativieren. Er sei nicht pädophil und es sei nicht seine Idee gewesen, dass Kind miteinzubeziehen. Der Impuls sei von der Mutter aus gekommen.

Die Verteidigerin der Mutter folgte den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Angeklagten forderte Freisprüche – und höchsten eine Verurteilung wegen Gehilfenschaft dazu. Entsprechend tiefer fiel auch der Strafantrag aus: zehn Monate bedingt.

Das Urteil steht noch aus.

Kind lebt bei Pflegefamilie

Das inzwischen acht Jahre alte Mädchen lebt bei einer Pflegefamilie, wird intensiv psychologische betreut. Die normale Schule kann das Mädchen noch nicht besuchen, sie sei zu stark traumatisiert, erklärte ihre Anwältin. Zu ihrer Mutter hat die Achtjährige regelmässig Kontakt. Sie telefonierten häufig und sie habe sie auch schon in der Strafanstalt besucht, erklärte die Mutter.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Kann nicht recht verstehen, dass Leute, welche BDSM-Spielchen machen und von der Einvernehmlichkeit, bzw. vom Conscious Kink Kenntnis haben müssten, sich an dem und ihrem Kind vergreifen können. Dass der Mutter, welche für mein Empfinden weit aus verwerflicher als ihr Partner gehandelt hat, - immerhin ist's noch ihr Kind - so milde davon kommt, kann ich nicht nachvollziehen.
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  • Kommentar von Eugen Thomas Bühlmann (E.T.)
    Ich kann das kurze Strafmass nicht verstehen. Das kleine Mädchen wurde auf eine solche schändliche Art missbraucht, dass die Tat meines Erachtens einem Totschlag gleichkommt. Das Mädchen verlor ein Teil seines Lebens und, wie bereits erwähnt, das Vertrauen in die Welt. Immense Arbeit wartet hier auf die kommenden Betreuenden und Erzieher. Der Kommentator spricht von Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, psychische Verletzungen werden also körperlichen nicht gleichgestellt.
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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Einfach krank so etwas. Und die Mutter die den Missbrauch erst ermöglicht und gefördert hat wird mit höchstens 3.5 Jahren bestraft. Der Mann natürlich etwas mehr. Was sind das für menschliche Abgründe. Die eigene Mutter! Auch die KESB macht da keinen guten Eindruck. Der Kindsvater hat schon vorher eine Gefährdungsmeldung eingereicht. Aber die KESB liess sich von der Mutter täuschen. Ich kann es kaum glauben.
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