Rechtsstreit gewonnen, doch es bleiben die hohen Kosten

Drei Anwohner haben sich erfolgreich gegen eine grosse Überbauung in Wil gewehrt. So richtig glücklich können sie über ihren Sieg allerdings nicht werden: Es bleiben offene Anwaltskosten von rund 60'000 Franken.

Die Wiler Altstadt mit dem Stadtweier.

Bildlegende: Der Wiler Ortsbildschutz gilt nicht nur für die malerische Altstadt. Stadt Wil

Auf der grünen Wiese in Zentrumsnähe wollte ein Bauherr vier riesige Betonbauten errichten. Dagegen wehrten sich Anwohner mit dem Argument, dass dies nicht den Ansprüchen des Ortsbildes genüge. Der Wiler Stadtrat hingegen hatte keine Bedenken und erteilte dem Bauprojekt Grünes Licht.

Die Anwohner zogen den Fall vor das St. Galler Baudepartement. Dieses wies die Stadt an, das Projekt erneut zu überprüfen. Zwei Gutachten kamen zum Schluss, dass das Ortsbild übermässig belastet würde. Das Baugesuch wurde deshalb nachträglich sistiert.

Keine Freude bei den Siegern

Trotz ihres Erfolges kommt bei den Anwohnern indes keine Freude auf. Sie müssen die rund 60'000 Franken Anwalts- und Verfahrenskosten selber berappen. Zwar hatte sich das Stadtparlament hinter die Einsprecher gestellt und dem Stadtrat empfohlen, sich an den Kosten zu beteiligen. Der Stadtrat aber ist dazu nicht bereit.

So ein Beitrag wäre rechtlich nicht vertretbar, sagt der zuständige Stadtrat Marcus Zunzger auf Anfrage. Ausserdem würde damit eine fragwürdige Präjudiz geschaffen. Zunzger lässt gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz auch durchblicken, dass er die Anwaltsrechnung für «sehr hoch» betrachtet.

Die Anwohner haben nun eine Spendenaktion gestartet, um wenigstens einen Teil ihrer Unkosten decken zu können. Bisher seien rund 3'500 Franken zusammenkommen.