Rheintaler Zugsprojekt für Gästebetreuer hapert an den Finanzen

Statt Kontrolleure hätten ab dem 9. Juni sogenannte Gästebetreuer die Passagiere auf der Strecke St. Gallen-Chur begleiten sollen. Das nationale Pilotprojekt der SBB verzögert sich aber. Im Raum stehen offene Fragen ums Geld.

Doppelstockzug der SBB

Bildlegende: In den neuen Doppelstockzügen von St. Gallen nach Chur gibt es vorerst keine Gästebetreuer. Keystone

Die Kritik war gross, als die SBB und die Kantone St. Gallen und Graubünden ankündigten, dass in den neuen Doppelstockzügen keine Kontrolleure mehr anwesend sein werden. Als Alternative bot sich der sogenannte Gästebetreuer an. Diese Person soll den Passagieren Verpflegung anbieten und regionale Auskünfte erteilen.

Eine Offerte der Appenzeller Bahnen für den Betrieb dieser Gästebetreuer schlug die SBB aber aus. «Zu teuer, hiess das Fazit», sagt Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen. Pikant: Deren Zahlen zeigen, dass Gästebetreuer praktisch nicht kostendeckend betrieben werden können. Die Kantone und die SBB müssten also wieder Geld aufwerfen.

Beim Kanton St. Gallen ist man weiterhin interessiert an der Einführung der Gästebetreuer. Die Finanzierung müsse aber geregelt sein, sagt Andreas Bieniok, Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr. «Wenn sich die Kantone und die SBB die Kosten teilen, wäre das Angebot der Appenzeller Bahnen machbar», sagt er.

Die beiden Parteien diskutieren die neue Ausgangslage derzeit. Das Datum der Einführung der Gästebetreuer vom 9. Juni ist aber definitiv verschoben worden. Nächster möglicher Starttermin wäre der 13. Dezember, Tag des Fahrplanwechsels.