SBB sucht Gespräch mit Procap wegen Rollmaterialeinsatz

Weil Gruppenreisende und Erstklasspassagiere sich über die neuen Niederflur-Züge auf der Regio-Strecke Zürich-Chur ärgerten, will die SBB ab Dezember 2014 wieder das alte Rollmaterial einsetzen. Dagegen wehrt sich die Behindertenorganisation Procap.

Ein Angestellter der SBB hilft einem behinderten Mann beim Aussteigen aus dem Zug.

Bildlegende: Ein Angestellter hilft einem behinderten Mann beim Aussteigen. Die SBB sind zu Gesprächen mit Procap bereit. Keystone

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 verkehren auf der Regiostrecke Zürich - Sargans - Chur Niederflur-Züge, sogenannte Regio-Doppelstöcker oder Regio-Dostos. Diese stossen verschiedentlich auf Kritik: Passagiere der Ersten Klasse beklagten enge Sitzverhältnisse, Gruppenreisende bemängelten, dass keine Reservationen mehr möglich sind.

Rollstuhlfahrer befürchten Nachteile

Die SBB überlegten deshalb, ob sie das alte Rollmaterial wieder einsetzen soll. Das rief die Behindertenorganisation Procap auf den Plan: Weil die Türen dieser Züge enger und auch höher sind, müssten Rollstuhlfahrende in Zukunft wieder mit einem Lift in die Waggon gehoben werden. Auch fehlt es darin an Toiletten - Nachteile, die in den Regio-Dostos nicht bestehen. Procap fordert deshalb, auf einen Wechsel des Rollmaterials zu verzichten.

Gespräche kommende Woche

Die SBB sind zu Gesprächen mit Procap bereit. Procap-Präsident Hans Frei zeigt sich offen, er hat allerdings keine grossen Erwartungen. Sollte die Bahn nicht auf seine Forderungen eingehen, wolle er auch rechtliche Schritte nicht ausschliessen, sagte Frei gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1.