Schlagzeilen und Rüffel: FDP-Kantonsrat Schlegel tritt zurück

Der St. Galler FDP-Politiker tritt aus dem Kantonsrat zurück und steht für die Nationalratswahlen nicht mehr zur Verfügung. Er stand nach einem Presseartikel zur Zahlungsmoral seiner Unternehmen unter Druck. Schlegel bestätigte Ausstände, die inzwischen beglichen seien.

Portrait Paul Schlegel

Bildlegende: Paul Schlegel anlässlich eines Olma-Umzuges in St.Gallen. Keystone

Die «Weltwoche» machte am Donnerstag angebliche Zahlungsausstände publik. In den letzten 4 Jahren seien Schlegels Unternehmen 46-mal betrieben worden.

Schlegel bestätigte die Ausstände. In den meisten Fällen habe es sich um Sozialversicherungsbeiträge für seine Angestellten gehandelt. Die offenen Rechnungen seien inzwischen allerdings beglichen.

«  Die Kritik ging zu weit, irgendwann ist es genug. »

Paul Schlegel
ehemaliger Kantonsratspräsident St. Gallen

Trotzdem ziehe er Konsequenzen: Wie er in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1 sagte, trete er aus dem Kantonsrat zurück. Ebenso ziehe er seine Kandidatur für den Nationalrat zurück. Er habe schöne Jahre in der Politik erlebt, aber jetzt sei genug, so Schlegel. Auch aus dem Vorstand des Vereins «Expo 2027» tritt Schlegel zurück.

Partei zückte gelbe Karte

Schlegels Partei, die FDP, zitierte laut Mitteilung Schlegel zuvor zu einer dringlichen Aussprache. Die Partei forderte «Ordnung und volle Transparenz» und kritisierte die Zahlungsmoral in Schlegels Unternehmen. Man habe ihm «die gelbe Karte» gezeigt.