Schmetterlinge zählen auf dem Kronberg

Das Bundesamt für Umwelt sammelt in der ganzen Schweiz Daten über die Artenvielfalt. Auf der Südflanke des Kronbergs im Kanton Appenzell Innerrhoden werden zwischen Mai und September an sieben Tagen die Schmetterlinge gezählt. Die Zahl dieser Tagfalter hat in den vergangenen Jahren eher zugenommen.

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Schmetterlings-Monitoring

1:02 min, vom 4.8.2016

Randaugenmohrenfalter

Bildlegende: Das Weibchen vom Randaugenmohrenfalter (Erebia meolans), fotografiert im Gebiet Schwende an der Südflanke des Kronbergs. Thomas Kissling

Kleiner Fuchs, Rapsweissling, Distelfalter oder Randaugenmohrenfalter: So heissen einige der Schmetterlinge, die am Kronberg heimisch sind. Die gute Nachricht vorweg: «Noch immer leben in der Schweiz viele verschiedene Tagfalterarten, und in manchen Gebieten ist diese Vielfalt sogar bemerkenswert hoch», heisst es im Bericht zum Biodiversitäts-Monitoring des Bundesamtes für Umwelt. Vor allem in den Alpen sei die Artenvielfalt mit 32 Arten pro Kilometerquadrat hoch – verglichen zu knapp 19 Arten im Mittelland.

Seit 13 Jahren wird in der Schweiz auf rund 480 vorbestimmten Flächen die Zahl der Schmetterlinge bestimmt. Auf der Südflanke des Kronbergs wird die Zahl in diesem Jahr zwischen Mai und September an sieben Tagen erhoben. Dabei muss Schmetterlings-Zähler Thomas Kissling ein strenges Protokoll befolgen, denn nur so kann gewährleistet werden, dass die Daten wissenschaftlich genutzt werden können:

  • Die Tagestemperatur muss mindestens 13 Grad betragen,
  • die Daten müssen zwischen 10 und 17 Uhr erhoben werden,
  • die Sonne muss scheinen,
  • und das Untersuchungsgebiet muss in einer Geschwindigkeit von 3 Kilometern pro Stunde abgeschritten werden.

Matthias Plattner vom Baselbieter Büro Hintermann & Weber ist vom Bundesamt für Umwelt mit der Feldforschung beauftragt. Er sagt: «Wir stellen fest, dass sich in den vergangenen zehn Jahren wenig verändert hat. Das haben wir auch nicht erwartet, der Untersuchungszeitraum ist ja sehr kurz. Wir können aber sagen, dass wärmeliebende Arten vom Klimawandel profitiert haben», so der Biologe. Dafür sei die Artenvielfalt im Mittelland eher rückläufig wegen der intensiven Landwirtschaft.

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr