Schuldsprüche im Glarner Seilbahnunglück

Bei einem Unglück auf der Linthal-2015-Baustelle ist ein 49-jähriger Maschinist ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich 2008. Nun hat das Glarner Kantonsgericht vier Personen der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Dabei ging es über die Anträge der Staatsanwaltschaft hinaus.

Die Seilbahn Kalktrittli.

Bildlegende: Das Unglück ereignete sich bei der Seilbahn Kalktrittli. Keystone

Das Unglück ereignete sich bei der Seilbahn Kalktrittli auf der Grossbaustelle für ein Pumpspeicherwerk. Die Gondel der Bahn war abgestürzt, nachdem ein Baukran das Tragseil der Bahn touchiert hatte. Der 49jährige Maschinist wurde dabei aus der Gondel geschleudert und stürzte in der Folge 300 Meter über eine Feldwand ab.

Bauführer trägt schwere Schuld

Die Strafen, die das Glarner Kantonsgericht gesprochen hat, liegen über den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Am meisten trifft dies den verantwortlichen Bauführer. Für ihn hatte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen gefordert - das Gericht verdoppelte sie. Seine Schuld wiege schwer, argumentierte das Gericht.

Auch die anderen Verurteilten ist das Gericht härter angegangen, als dies die Staatsanwaltschaft verlangt hatte. Ob die Verurteilten den Fall weiterziehen werden, ist zurzeit noch offen.