Segler gibt Veruntreuung von Millionen zu

Ein 53-jähriger Schweizer hat zugegeben, über 300 Anleger aus der Seglerszene am Bodensee um rund 30 Millionen Franken erleichtert zu haben. Vor Gericht verlangte er am Donnerstag eine teil bedingte Freiheitsstrafe von höchstens drei Jahren, der Staatsanwalt forderte fünf Jahre.

Segelboote

Bildlegende: Der Angeklagte hat Anleger aus der Seglerszene am Bodensee um Millionen erleichtert. (Symbolbild) Keystone

An der dreitägigen Verhandlung vor dem Kreisgericht St. Gallen ging es um gewerbsmässigen Betrug, Veruntreuung, Urkundenfälschung und weitere Straftaten. Mitangeklagt sind die Ex-Freundin des 53-jährigen Schweizers und ein 64-jähriger Buchhalter. Das Urteil in einem der grössten Betrugsprozesse in der Geschichte der St. Galler Justiz wird voraussichtlich im August gefällt.

Der Hauptangeklagte, ein Matrose mit Weiterbildung zum Kaufmann, rekrutierte seine Kunden in der Seglerszene am Bodensee. Nach Regatten habe er im Bekanntenkreis seiner damaligen Partnerin jeweils potentielle Kunden kontaktiert und ihnen ein professionelles Money-Managing angeboten. Statt die Kundengelder an der Börse arbeiten zu lassen, verwendete der Beschuldigte den grössten Teil, um Schulden zurückzuzahlen und seinen aufwendigen Lebensstil zu finanzieren. Er und seine Lebenspartnerin kauften teure Autos, eine Segeljacht und drei Eigentumswohnungen.

Forderungen der geprellten Anleger in der Höhe von rund 12 Millionen Franken anerkennt der Angeklagte. Er akzeptiere eine Verurteilung wegen Veruntreuung, vom Vorwurf des Betrugs wolle er jedoch freigesprochen werden. Die Chance, dass die Geschädigten ihr Geld erhalten, ist klein.