Sorgen um die Unabhängigkeit der Hochschulen

Die St. Galler Hochschulen erhalten in Zukunft sieben Millionen Franken weniger vom Kanton. Die Hochschulen wollen der Sparmassnahme mit mehr privaten Forschungsgeldern und Sponsoring entgegenwirken. Das gefährde die Unabhängigkeit der Schulen, kritisiert ein Professor.

UNI St.Gallen

Bildlegende: Die Uni St.Gallen muss sparen - das bringt Sorgen. Keystone

Das St. Galler Kantonsparlament hat im Rahmen des dritten Sparpakets den Sparhebel erneut bei den Fachhochschulen und der Universität angesetzt. Ab 2016 kürzt der Kanton den Bildungsinstituten die Unterstützungsgelder um insgesamt sieben Millionen Franken.

Die Hochschulen wollen das fehlende Geld in Zukunft mit mehr privaten Forschungsaufträgen und mehr Sponsoring ausgleichen, wie sie gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF erklärt haben. Das kritisiert Markus Müller. Der Berner Staatsrechtler führt eine Gruppe Professoren an, die in der Schweiz die Unabhängigkeit der Hochschulen in Gefahr sieht.

«Je stärker sich die öffentliche Hand aus der Finanzierung der Bildung zurückzieht, desto mehr gefährdet sie die Unabhängigkeit der Institute», sagt Müller. Würde beispielsweise ein gesponserter Banklehrstuhl der Uni St. Gallen eine Analyse der Finanzkrise durchführen, könne der Anschein der Abhängigkeit entstehen.

«Nur schon der Anschein der Abhängigkeit schadet dem Ansehen der Universität», glaubt Müller. Bei der Universität St. Gallen ist man sich der Problematik bewusst. Man werde mit der stärkeren Autonomie verantwortungsvoll umgehen müssen, hiess es auf Anfrage.