Spitalliste: Der Thurgau ist St. Gallen voraus

Kaum hat der Kanton St. Gallen seine Spitalliste bekanntgegeben, rumort es bei den Privatspitälern. Einige ihrer Leistungen haben es nicht auf die Liste geschafft - den Rechtsweg wollen sie nun nicht ausschliessen. Probleme, mit denen es der Kanton Thurgau nie zu tun bekam.

Eine Ärztin verabreicht einem Patienten eine Spritze in den Oberarm.

Bildlegende: St. Galler Privatspitäler finden es unverständlich, dass der Kanton nicht alle ihre Angebote in die Spitalliste aufge... Keystone

Es sei unverständlich, dass rund ein Viertel der Leistungs-Anträge von der St. Galler Regierung zurückgewiesen worden seien, äusserte sich die Hirslanden Klinik Stefanshorn in St. Gallen am Donnerstag im «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1. Die privaten Kliniken haben ein grosses Interesse, mit ihren Angeboten in die Spitalliste des Kantons aufgenommen zu werden, um so ihre Leistungen verkaufen zu können. Den Gang ans Gericht will sie nicht ausschliessen.

Ein stabiles System

Im Kanton Thurgau ist die Einführung der Spitalliste ruhiger verlaufen. «Lange bevor sie offiziell 2012 eingeführt wurde, haben wir uns mit den Anbietern an einen Tisch gesetzt und das Spitalangebot im Kanton koordiniert», sagt Susanna Schuppisser, stellvertretende Leiterin des kantonalen Gesundheitsamtes. Die Gespräche hätten bald zu einer einvernehmlichen Lösung geführt.

Zudem habe die Spitalliste seit ihrer Einführung nur marginale Änderungen erfahren. Weder seien Angebote in Spitälern gestrichen worden, noch seien neue Anbieter in den Markt gedrängt. Ein Wermuthstropfen bleibt indes: Für den Kanton Thurgau bedeutet die Einführung der Spitalliste Mehrkosten von 50 Millionen Franken.