Sportlicher Ehrgeiz allein reicht nicht

Tranquillo Barnetta soll 350'000 Franken verdienen, falls er zurück nach St. Gallen kommt. Das schreibt der «Blick». Ostschweizer Spitzensportler können davon nur träumen. Sie verdienen häufig zu wenig, um davon leben zu können. Ein Ausnahme bilden die Fussballer.

Ein Volleyball fliegt über ein Netz.

Bildlegende: Im Volleyball können - wie in anderen Sportarten - nur ausländische Spieler vom Sport leben. Keystone

Tranquillo Barnetta hat ein konkretes Angebot des FC St. Gallen erhalten. Er würde bei den Ostschweizern massiv weniger verdienen als zuletzt in der Bundesliga. Trotzdem: Andere Sportler in der Ostschweiz können von solchen Verträgen nur träumen.

Bei Volley Amriswil erhält ein ausländischer Spieler etwas über 4000 Franken brutto pro Monat. Mehr liege für den Verein nicht drin, sagt der Finanz- und Personalverantwortliche Urs Schär. Die Schweizer Spieler seien keine Profis und erhielten deshalb weniger.

Privatwirtschaft zahlt besser

Ähnlich sieht es beim NLA-Handballverein St.Otmar St.Gallen aus. Der Mindestlohn liege bei 3000 Franken netto für ausländische Spieler, heisst es auf Anfrage. Und auch hier: Im Kader ist kein Schweizer Profi. Ein Studienabgänger verdiene in der Privatwirtschaft mehr als bei St.Otmar, sagt Dominique Gmür. Er könne verstehen, dass junge Spieler so den Sport aufgeben.

Beim Schweizer Meister im American Football, den Calanda Broncos, befinden sich zwei Amerikaner im Kader. Laut Headcoach Geoff Buffum verdienen sie zwar etwas, aber nur gerade soviel, dass sie davon leben könnten. Die Schweizer Spieler verdienen nichts. Im Gegenteil: Sie bezahlen einen Mitgliederbeitrag, um überhaupt ins Kader zu kommen.