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Ostschweiz St. Gallen: Moschee-Schütze gesteht die Tat

Beim Mann, der am Freitagnachmittag beim Gebet in einer Moschee in St. Gallen-Winkeln erschossen wurde, handelt es sich um einen 51-jährigen Schweizer mit albanischen Wurzeln. Der Täter, ein Serbe im gleichen Alter, hat die Tat gestanden, wie die Kantonspolizei mitteilte.

Eine Eingangstür, zwei Polizisten, ein Absperrband.
Legende: In diesem äusserlich unscheinbaren Gebäude befindet sich die Moschee, in der es zu der Tat kam. Keystone

Laut den Ermittlungen nahmen das Opfer und der Täter zusammen mit weiteren Personen am Gebet in der Moschee der Albanischen Islamischen Gemeinschaft teil. Dabei schoss der Täter mehrmals mit einer Faustfeuerwaffe auf das Opfer. Dieses starb noch am Tatort.

Der Täter liess sich kurz danach widerstandslos von der Polizei festnehmen. Gegenüber dem Staatsanwalt gestand er die Tat. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Polizei laufen auf Hochtouren weiter, wie es im Communiqué heisst.

Blutrache als mögliches Tatmotiv

Der islamische Zentralrat der Schweiz sowie die Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz Fids gehen von Blutrache aus. Es gebe keinen politischen und religiösen Zusammenhang, sagt Hisham Maizar, Präsident der Fids gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1. Er verurteilte die Tat, denn der Islam bekämpfe Blutrache. Dass die Tat in einer Moschee passiert sei, mache ihn betroffen und traurig.

Zum Motiv sagte Polizeisprecher Gian Andrea Rezzoli auf Anfrage noch nichts. Die Vermutung, es handle sich um Blutrache für ein vergangenes Tötungsdelikt, bestätigte Rezzoli nicht. Es werde aber in diese Richtung ermittelt. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus.

Legende: Video Polizeisprecher Gian Andrea Rezzoli zu den Ereignissen abspielen. Laufzeit 0:50 Minuten.
Vom 22.08.2014.

Gegen den Täter hat die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragt. Zur sichergestellten Tatwaffe, einer Faustfeuerwaffe, machte die Polizei keine näheren Angaben.

Das Tötungsdelikt hatte sich am Freitag um etwa 14 Uhr ereignet. Die Polizei erhielt eine Reihe von Anrufen und war innert Minuten mit einer Patrouille vor Ort. Der bewaffnete Täter liess sich ohne Widerstand festnehmen.

Polizei-Grossaufgebot

Zehn Personen, die sich beim Eintreffen der Polizei vor der Moschee aufhielten, wurden zur Befragung ins Polizeihauptquartier mitgenommen und danach entlassen. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot am Tatort.

Die Moschee gehört der Albanisch Islamischen Gemeinschaft El-Hidaje, die rund 350 Mitglieder zählt. Der Gebetsraum befindet sich in einem Wohnhaus an der Herisauerstrasse in St. Gallen-Winkeln.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Devin Mark, Zürich
    Gehts eigentlich noch allen gut hier!? Sobald ein Mensch muslimischen Glaubens etwas schlechtes tut, wie diesen Mord, wird es dem islam angelastet. Was ist mit den Schweizern die Ihre Frauen besoffen verprügeln oder aus Eifersucht Töten...dann heist es immer FAMILIENDRAMA... oder den Kinderschändern...soll man das auch dem Christentum anlasten da die Täter Kristen sind?! Blutrache gibt es auch in Italien,Spanien,Portugal, und vielen Ostblockländern (die meisten sind CHRISTLICHE Länder!)!
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    1. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @Devin Mark; Das Problem ist: Der Islam macht IMMER wieder Schlagzeilen in Zusammenhang mit Gewalt und Mord. Woche für Woche, Jahr für Jahr. Man kann sich auch nicht EINMAL die Tagesschau ansehen, ohne dass von irgendwo auf der Welt in einer muslimisch geprägten Gesellschaftsgruppe oder einer ebensolchen Nation von einer Gewalttat berichtet wird. DAS ist es, was viele Schweizer hier nicht haben wollen: Importierte Gewalt! Die Rel-Zugehörigkeit wäre den meisten eigentlich egal.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Migranten müssten eigentlich auch aufgeklärt werden in Sachen Antirassismus Norm. Denn diese gilt nicht nur für uns einheimische Schweizer/innen, sondern für alle, fier hier wohnhaft sind.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wohl nur ein ethnischer Hintergrund,die ganze Sache.. nichts desto trotz.. es haengt zusammen mit Migration, mit kulturellem verkalkten Ideen und vermutlich dem Islamismus..Lassen wir aber die Untersuchungsbehoerden zuerst ermitteln und hoffen, dass wir dann korrekt informiert werden... gell sf!
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