St. Gallen setzt beim Wolf auf Herdenschutz

Der Kanton St.Gallen muss auch bei der nächsten Weide- und Alpsaison mit einem Wolfsrudel auf dem Kantonsgebiet rund um den Calanda rechnen. Die Entwicklung des Rudels wird genau beobachtet. Der Herdenschutz steht im Zentrum.

Wolf blickt in die Kamera.

Bildlegende: Der Kanton St. Gallen erarbeitet ein eigenes Wolfs-Konzept. zvg

Zurzeit sind es acht Wölfe, die als Rudel im Calandagebiet leben. Doch es ist mit Zuwachs zu rechnen. Deshalb hat sich der Kanton St. Gallen entschieden, ein eigenes Wolfskonzept zu entwickeln und die Wölfe genau zu beobachten.

Seit im Gebiet Kunkelspass und Calanda erstmals in der Schweiz ein ganzes Rudel Wölfe beobachtet wurde, häufen sich die Behördenanfragen besorgter Bürger. Im neuen Wolfs-Konzept ist beispielsweise festgelegt, wie Schafzüchter für gerissene Tiere entschädigt werden und wer sich um die Schäden kümmert.

Im Vordergrund stehe die Prävention, sagt Regierungsrat Benedikt Würth. Fachleute der nationalen Beratungsstelle für Herdenschutz Agridea sollen den Tierhaltern zeigen, wie sie ihre Herden durch ausgebildete Herdenhunde schützen können. Am Landwirtschaftlichen Zentrum Salez wird eine Anlaufstelle für Herdenschutz geschaffen.
 
Mit der Zuwanderung der Wölfe nahmen auch die Schäden an
Nutztieren zu, vor allem an Schafen und Ziegen. 2011 wurden Halter
für 274 gerissene Tiere finanziell entschädigt. 2012 seien es
deutlich weniger gewesen, hiess es an der Medienkonferenz in Wangs.
Es scheine, dass die Massnahmen zum Herdenschutz wirkten.