St. Gallen soll Ombudsstelle abschaffen

Die Geschäftsprüfungskommission des St. Galler Stadtparlaments will das Budget der Ombudsstelle für 2015 um die Hälfte kürzen. Ab 2016 soll die Stelle ganz abgeschafft werden.

Die Ombudsstelle der Stadt St. Gallen besteht seit neun Jahren und kostet 125'000 Franken pro Jahr. Dieses Geld könne sich die Stadt auch sparen, meint der Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK), Michael Hugentobler (CVP). Es gebe andere Anlaufstellen für Leute, die sich beschweren wollten.

Zudem sei die Ombudsstelle zu teuer, sagt Hugentobler. 125'000 Franken für rund 40 Fälle pro Jahr seien übertrieben. Die GPK wird am Dienstag einen Kürzungsantrag bei der Budgetdebatte im Stadtparlament einreichen. Für 2015 soll das Budget halbiert, ab 2016 ganz gestrichen werden.

Unabhängigkeit zentral

Der Ombudsmann der Stadt St. Gallen wehrt sich. Im Vergleich mit anderen Städten sei die St. Galler Stelle, welche rund 40 Fälle pro Jahr bearbeitet, kostengünstig. Zudem betont Hansruedi Wyss, dass eine unabhängige Stelle wichtig sei: «Wenn das Vertrauen weg ist, dann kann die Ombudsstelle vermitteln.»

Auch Zora Ledergerber spricht sich für die Beibehaltung der Stelle aus. Sie ist im Beirat von Transparency International Schweiz. Gemäss Ledergerber ist nicht entscheidend, wie viel eine solche Stelle kostet. «Wenn man eine Eskalation verhindern kann, dann lohnen sich 125'000 Franken schon für einen Fall.»