St. Galler Hauseigentümerverband reagiert vorsichtig

Im Kanton St. Gallen verlangt die Gebäudeversicherung ab 2017, dass die Eigentümer ihr Haus in Zukunft selbst vor Sturm-, Hagel- oder Hochwasserschäden schützen. Sonst gibt es weniger Geld. Wegen der Monopolstellung können die Hausbesitzer nicht ausweichen. Der Hauseigentümerverband ist kritisch.

Ein Handwerker bohrt in eine Holzplatte an der Decke.

Bildlegende: Der Hauseigentümer muss sein Haus in Schuss halten und vorbereite sein, wenn eine Naturkatastrophe passiert. Keystone

Die Gebäudeversicherung des Kantons St. Gallen zieht die Schrauben an: Sie wälzt das Risiko für Elementarschäden wegen Naturgefahren auf die Hausbesitzer ab. Wenn die Hauseigentümer an ihren Häusern keine passenden Schutzmassnahmen vornehmen, droht die Versicherung die Leistungen bis zur Hälfte zu kürzen. Schuld an der neuen Regelung seien die hohen Schadenssummen in den vergangenen Jahren.

«  Wir akzeptieren die Änderung, bleiben aber weiterhin kritisch. »

Karl Güntzel
Hauseigentümerverband St. Gallen

Falls die Gebäudeversicherung nicht gerechtfertigt Beiträge streiche, werde der Hauseigentümerverband eingreifen, sagt Karl Güntzel vom St. Galler Verband. «Je nachdem müssen wir auch die Monopolstellung der Versicherung diskutieren.»

Graubünden hat schon, Thurgau ändert nichts

Die Kantone Graubünden und Thurgau hatten ebenfalls schon hohe Schadenssummen wegen Unwettern. Die Bündner Gebäudeversicherung kenne bereits Regelungen wie sie der Kanton St. Gallen nun einführt, sagt Markus Feltscher, Direktor der Gebäudeversicherung Graubünden.

Im Kanton Thurgau stehen trotz höheren Schadenssumme unmittelbar keine Veränderungen in der Gebäudeversicherung bevor, sagt Cornelia Komposch, Thurgauer Justiz- und Sicherheitschefin.