St. Galler Katholiken bekommen mehr Transparenz

Am Dienstag tagte das katholische Kollegium des Kantons St. Gallen. Vom Administrationsrat erfuhr es, wie die Kirchenaustritte mit der Kirchensteuer zusammenhängen. Wie viele Leute wegen der Steuer austreten, weiss der Administrationsrat nicht. Er weiss aber, dass er Transparenz schaffen muss.

Kathedrale St. Gallen

Bildlegende: Die katholische Kirche St. Gallen bezahlt jährlich rund eine halbe Million Franken an den Unterhalt der Kathedrale. Keystone

2013 überreichte das Kollegium dem Administrationsrat das Postulat «Wo fliesst unsere Kirchensteuer hin? - Argumente gegen Kirchenaustritte». Am Dienstag konnte es die Antwort des Administrationsrates zur Kenntnis nehmen.

Jährlich nimmt die katholische Kirche St. Gallen 111 Millionen Franken Steuern ein. 83 Prozent davon bleiben in den Kirchgemeinden. 19 Millionen bleiben beim katholischen Konfessionsteil. Der Administrationsrat sagte am Dienstag, dass von diesem Geld das meiste ins Bistum, in die Bildung und ins Soziale fliesse.

Die Verteilung der Steuergelder

Kirchengemeinden und Finanzausgleich
55 Prozent
Bildung
11 Prozent
Bistum St. Gallen (Unterhalt Kathedrale)
10 Prozent
Diakonie und Soziales
9 Prozent
Behörden und Verwaltung
5 Prozent
Kirche Schweiz
4 Prozent
Kultur
3 Prozent
Liegenschaften und Abschreibungen
3 Prozent

Der Präsident des Administrationsrates, Hans Wüst, erklärte auch, dass man sich den vielen Rücktritten bewusst sei. Diese passieren wegen dem gesellschaftlichen Wandel oder weil die Leute ihre Religion immer mehr als Privatsache betrachten. Grund seien aber sicher auch die Steuergelder. Wie und wohin die Kirchensteuer fliesst sei wirklich schwierig zu überblicken, sagt Wüst gegenüber dem Regionaljournal. Der katholische Konfessionsteil sei deswegen auch bemüht, künftig mehr Transparenz zu schaffen.