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Ostschweiz St. Galler können künftig weniger von den Steuern abziehen

Der St. Galler Kantonsrat beschränkt den Pendlerabzug auf den Preis eines Generalabonnements der SBB. Auch wenn ein Steuerpflichtiger mit dem Auto einen weiteren Arbeitsweg zu absolvieren hat, dann kann er künftig nur noch diesen Betrag von den Steuern abziehen.

Pendler im Zug
Legende: Die Kantonsräte wollen die Pendler in den Zug locken. Keystone

Forderungen

  • Regierung: maximal 3000 Franken
  • vorberatende Kommission: Preis eines SBB-Generalabos 2. Klasse (ab Dezember 3655 Franken)
  • SVP: höhere Grenze

Bisher können Pendler, die für den Arbeitsweg auf das Auto angewiesen sind, ihre Fahrkosten unbeschränkt vom steuerbaren Einkommen abziehen. Bei grösseren Distanzen kann dies durchaus 30'000 Franken im Jahr ausmachen.

Der Kantonsrat entschied sich am Mittwoch für den Vorschlag der vorberatenden Kommission, also für den Mittelweg. Die Abstimmung ging mit 72 zu 31 aus. Die SVP drohte damit, das Referendum zu ergreifen.

Eine Frage der Gerechtigkeit

Regierungsrat Benedikt Würth sah in der heutigen Regelung eine «massive Umverteilung» zu Lasten der Pendler, die den öffentlichen Verkehr benützten. Der Fahrkostenabzug in der Höhe des Preises eines Generalabonnements sei eine einfache und kluge Lösung.

Die SVP-Fraktion sah dies ganz anders. Linus Thalmann (SVP, Kirchberg) sprach von einer versteckten Steuererhöhung, welche die Landbevölkerung benachteilige. Über 60'000 Auto-Pendler seien von der neuen Regelung betroffen.

Der Kanton rechnet mit jährlich etwa 34 Millionen Franken an zusätzlichen Steuereinnahmen. Davon fliessen 16 Millionen in die Staatskasse, 18 Millionen gehen an die Gemeinden.

Pendlerabzug bisher

Bei Benützung eines privaten Motorfahrzeuges in begründeten Fällen: je Fahrtkilometer bis zu 70 Rappen für Motorfahrzeuge, wenn kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder insoweit dessen Benützung dem Steuerpflichtigen nicht zugemutet werden kann.

(Quelle: Wegleitung Steuererklärung 2013)

3 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Oesch, Widnau
    Das ist m.M. eine Steuererhöhung. Und wer bezahlt? Der beliebte Mittelstand wieder einmal. Es ist im grunde unfair; die Kosten von (max.!!) 70rp decken ohnehin nie die Kosten für die Benützung des Autos. Der Preis für ein GA ist sowieso zu tief und günstig! Die Autofahrer sollen einfach alles bezahlen... Ich hoffe doch sehr dass die Abzugsmòglichkeiten nicht eingeschränkt werden.
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  • Kommentar von Eduard Ith, Altstätten
    Keine Sorge, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das letzte Wort ist in diesem Fall noch lange nicht gesprochen! Die zweite Lesung im Kantonsrat folgt in der Februar-Session, erst dann wird in der Schlussabstimmung entschieden! Bleibt der Kantonsrat bei seiner Haltung, hat das Volk das letzte Wort und ich bin mir sehr sicher, es wird den Pauschalabzug bachab schicken! Im Sinne der freien Meinungsäusserung hoffe ich doch sehr, dass dieser Kommentar freigeschaltet wird!
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    1. Antwort von Ralph Lehner, Diepoldsau
      Das glaube ich kaum, denn gut 85% aller Steuerpflichtigen können weiterhin ihre ganzen Pendlerkosten abziehen und sind dadurch nicht betroffen. Im Gegenteil, es kommt ihnen als Steuerzahler entgegen, wenn exzessive Abzüge von bis zu 60'000 Franken (!) nicht mehr vorgenommen werden dürfen.
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