St. Galler Ortsbürger haben den Verkauf verdaut

Nach dem Verkauf der Vadianbank hat die St. Galler Ortsbürgergemeinde im vergangenen Jahr auch die Steuerbusse wegen ihres US-Geschäfts beglichen. Diese hinterliess in der Rechnung ein Minus von 259'000 Franken.

Sitz der Vadianbank in der St. Galler Altstadt

Bildlegende: Von den Ortsbürgern zur St. Galler Kantonalbank: Die geschichtsträchtige Vadianbank in der Altstadt. Keystone

Der Streit mit den US-Steuerbehörden war Auslöser für den Verkauf der über 200-jährigen Kleinbank an die St. Galler Kantonalbank. Laut aktuellen Angaben sollen dabei 42 Millionen Franken an die Bürgergemeinde geflossen sein. Die Ortsbürger verpflichteten sich im Gegenzug, die erwartete Busse der US-Behörden vollumfänglich zu übernehmen.

Taktisches Kalkül

Der Verkaufsgewinn wurde in der Rechnung 2014 ausgewiesen, während die Busse erst ein Jahr später bezahlt wurde. Dadurch schloss die Rechnung 2014 mit einem Gewinn von rund 15 Millonen Franken ab, während für das letzte Jahr ein Verlust von einer Viertelmillion resultierte. Die Rücklagen von fünf Millionen Franken für die Busse hätten nicht ganz ausgereicht, begründet Bürgerratspräsident Arno Noger das Defizit. Man hätte grössere Reserven bilden können, doch hätte man damit unter Umständen auch die Begehrlichkeiten der US-Steuerbehörde vergrössert.

Mit dem Bezahlen der Busse ist das Kapitel Vadianbank für die St. Galler Ortsbürgergemeinde nun definitiv Geschichte.