Stadt St.Gallen macht Druck auf Kanton

Ein Drittel der Sozialhilfebezüger des Kantons St. Gallen lebt in der Stadt St. Gallen. Das verursacht hohe Kosten. Der Stadtrat will nun konkrete Verbesserungen auf Kantonsebene. Sparpotential sieht er bei der Sozialhilfe aber nicht.

Sozialhilfeempfänger in einem Lokal

Bildlegende: Die Zahl der Sozialhilfeempfänger in der Stadt St. Gallen steigt seit Jahren an. Keystone

Die Stadt St. Gallen gab 2014 brutto 47,6 Millionen Franken für die Sozialhilfe aus. Das entspricht einem Anteil von rund 340 Franken pro Einwohner. Fünf Jahre zuvor waren es noch 38,5 Millionen oder 250 Franken pro Person gewesen. Immer häufiger führt lange Arbeitslosigkeit direkt in die Sozialhilfe. Ein Drittel der Sozialhilfeempfänger sind Kinder und Jugendliche. Die Stadt als Zentrum der Ostschweiz zählt besonders viele Sozialfälle.

Ausgleich der Belastung gefordert

Der St. Galler Stadtrat fordert deshalb, dass der Belastungsausgleich unter den Gemeinden «gerechter» wird. Der Kanton sei auf gutem Weg, die Verteilung der Soziallasten müsse aber besser werden.

Zudem fordert Cozzio, dass der Kanton mehr Einfluss nimmt. Einige Gemeinden haben die Sozialhilfe-Unterstützung gekürzt. Das verursache einen Sozialhilfetourimus. Cozzio will deshalb, dass der Kanton die Höhe der Sozialhilfe verbindlich erklärt.