Stadt St. Gallen schrumpft um 660 Quadratmeter

Bis 2016 müssen alle Kantone den Bezugsrahmen für die Landkarten angepasst haben. In der Stadt St. Gallen werden die Arbeiten über die Festtage ausgeführt. Der Bezugsrahmen ist die Grundlage für das Koordinatensystem. Erste Berechnungen zeigen, dass die Fläche der Stadt St. Gallen kleiner wird.

Die amtliche Vermessung wurde in der Stadt St. Gallen 1861 eingeführt. Auslöser war der Brand von Glarus. Sollte ein ähnliches Unglück in St. Gallen passieren, so müsse man eine Grundlage haben, um die Stadt wieder aufzubauen, argumentierte Leonhard Simon damals im Gemeindeparlament.

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Bildlegende: Verzerrungen des aktuellen Bezugsrahmens von 1903 (rot) im Vergleich zum neuen Bezugsrahmen von 1995 (grau). ZVG

Die ersten rudimentären amtlichen Vermessungen wurden 1903 präzisiert, als der Bund einen Bezugsrahmen einführte. «Über die Schweiz gibt es Tausende von Vermessungsfixpunkten, deren Lage und Höhe bekannt und in Form von Koordinaten festgelegt ist. Sie realisieren das Koordinatensystem im Gelände und bilden den so genannten Bezugsrahmen für alle Vermessungen in der Schweiz», erklärt der St. Galler Stadtgeometer Josef Hauser.

Dieser Bezugsrahmen soll nun bis 2016 angepasst werden. Grund dafür ist, dass Satellitenmessungen gezeigt haben, dass zwischen Genf und dem Engadin eine Abweichung zwischen zwei und drei Metern besteht.

Während Appenzell Innerrhoden die Anpassungen bereits abgeschlossen hat, arbeiten die anderen Ostschweizer Kantone mit Hochdruck an der Umstellung. In der Stadt St. Gallen werden die Arbeiten zwischen Weihnachten und Neujahr ausgeführt. Hier gilt es, die Parzellen anzupassen. Fest steht: Die Stadt wird um 660 Quadratmeter (weniger als 0,02 Promille) schrumpfen. Auch der Kanton St. Gallen wird kleiner – um 13'000 Quadratmeter.