Steckborns eigene Währung zahlt sich aus

Die Schweiz ist eines der Länder mit der längsten Tradition von Parallelwährungen. Mit «WIR» bezahlen rund 60'000 Unternehmen ihre Rechnungen. Weniger bekannt dagegen ist die einzige lokale Währung der Schweiz. Diese kursiert im Thurgauischen Steckborn am Untersee. Und das mit grossem Erfolg.

Drogist und Gewerbepräsident Matthias Brunschweiler mit «seinen» Steckborner Münzen.

Bildlegende: Drogist und Gewerbepräsident Matthias Brunschweiler mit «seinen» Steckborner Münzen. SRF

Das Steckborner Geld funktioniert wie ein Geschenkgutschein. Der Gewerbepräsidenten Matthias Brunschweiler ist überzeugt, dass das Steckborner Gewerbe davon nur profitieren könne: «Die Gemeinde und verschiedene Firmen belohnen ihre Mitarbeiter mit unseren Münzen. Das bringt viele Leute dazu, in Steckborn einzukaufen» Ganz problemlos kam Steckborn vor 35 Jahren allerdings nicht zur eigenen Währung. Die Nationalbank machte die Auflagen, dass keine Währung auf den Münzen eingeprägt werden dürfe. Die Münzen sind 20 und 50 Franken Wert.

Steckborner Währung ist eine Erfolgsgeschichte

Rund 5'000 Steckborner Münzen sind derzeit im Umlauf. 80% des Geldwertes hat der Gewerbeverband auf der Bank hinterlegt. Die eigene Währung habe sich bewährt, bilanziert das Gewerbe. Man habe Bekanntheit über die Region hinaus erlangt und die einheimische Kundschaft dazugebracht, vermehrt in den lokalen Geschäften einzukaufen. Gegen den nationalen Trend des Lädelisterbens in Stadt-und Dorfzentren allerdings konnte auch das eigene Geld nichts ausrichten. Vor 35 Jahren, als die eigene Währung eingeführt wurde, gab es in Steckborn 50 Geschäfte, heute sind es noch rund 20.