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Steinhügel im Bodensee Rätsel teilweise gelöst

Legende: Video Hundert riesige Steinhaufen von Menschen erbaut abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus SRF News vom 25.04.2018.

Es war eine rätselhafte Entdeckung, die Forscher im Jahr 2015 gemacht hatten: Über 100 Steinhügel mit Durchmessern von 15 bis 30 Metern, alle drei bis fünf Meter unter Wasser, parallel zum Ufer und in regelmässigen Abständen.

Von Menschen «hingeschmissene Steine»

Seit dieser Entdeckung wurde über den Ursprung dieser Steinhügel gerätselt. Die Spekulationen reichten von Ablagerungen des Bodenseegletschers vor rund 18'000 Jahren bis hin zu einem grossen astronomischen System wie im südenglischen Stonehenge.

Die neusten Forschungen zeigen nun: Die Steinhügel wurden von Menschenhand gemacht. «Es sind keine Moränenreste der letzten Eiszeit, sondern eindeutig vom Menschen hingeschmissene Steine», sagt Urs Leuzinger vom Thurgauer Amt für Archäologie. Das haben die Untersuchungen unter Wasser mit einem neuartigen Georadargerät gezeigt. Man gehe davon aus, dass die Steinhaufen zur Zeit der Pfahlbauer entstanden sind, also zwischen 5000 und 3000 vor Christus.

Legende: Video Rätsel um Steine gelöst abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 25.04.2018.

Funktion der Steinhügel unklar

Neben den Steinhaufen wurden auch Hölzer, die zwischen den Steinen gefunden wurden, untersucht. Sie stammen aus der Jungsteinzeit zwischen 3600 und 3300 vor Christus. Allerdings könnten diese Hölzer auch von einer benachbarten Pfahlbausiedlung angeschwemmt worden sein und keinen direkten Zusammenhang zu den Steinhügeln haben.

Das Thurgauer Amt für Archäologie plant, im nächsten Winter mit einer Unterwassergrabung einen Hügel genauer zu untersuchen. Die bisherigen Ergebnisse seien nur ein Etappenziel auf dem Weg, die ganze Lösung des Rätsels zu finden, heisst es in einer Mitteilung.

Karte
Legende: Entdeckt wurden die regelmässig verteilten Steinhügel vor Uttwil nach einer Tiefenvermessung des Bodensees. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Chruti Da Goya (C-3PO lost in Canada)
    Also, ich sage euch jetzt was das ist: Das ist unbenötigte Munition von damals, Steine für die Steinschleuder (auch Katapultschleuder, Wurfmaschine, Blide genannt) Schliesslich hat die Schweizer Armee dasselbe zwischen 1940 und 1960 auch gemacht, Munition im See versenkt, meine ich.
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  • Kommentar von Hans Klein (HansKlein)
    Üblicherweise sind solche Hügel sonst ja Grabstätten. Lag denn der Wasserspiegel des Bodensees damals vielleicht tiefer, so dass diese Hügel auf dem Festland in Ufernähe angelegt wurden? Dann wären darin vielleicht SEHR viele hochinteressante Funde zu machen. Aber wie könnte man so eine Menge Fundstätten vor Grabräubern und Neugierigen schützen, die durch Unachtsamkeit die Fundkontexte zerstören könnten…?
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