Tägerwiler Firma will den Einkaufstourismus professionalisieren

In Kreuzlingen stehen zwei Mehrwertsteuer-Automaten der Firma Refund Suisse. Diese Firma fordert für die Einkaufstouristen die Mehrwertsteuer zurück. Schweizer müssen mit den abgestempelten Ausfuhrscheinen damit nicht mehr zurück in die deutschen Läden, um sich die Mehrwertsteuer zurückzuholen.

Philippe Bartscherer mit seinem Mehrwertsteuerautomaten am Grenzübergang Emishofen in Kreuzlingen.

Bildlegende: Philippe Bartscherer mit seinem Mehrwertsteuerautomaten am Grenzübergang Emishofen in Kreuzlingen. SRF

Mit dem Mehrwertsteuer-Automaten von Philippe Bartscherer müssen Schweizer Kunden die Mehrwertsteuer nicht mehr im jeweiligen Geschäft in Deutschland zurückholen. Bartscherer will den Einkaufstourismus mit seinen Automaten professionalisieren: «Bei Lebensmitteleinkäufen verrechnen wir maximal zwei Prozent, bei Kleider und Kosmetika höchstens vier Prozent der Mehrwertsteuer.» Das Geld wird den Kunden am nächsten Tag auf ihr Konto überwiesen.

Dass man nicht mehr die restlose Mehrwertsteuer erhält, hält manche Einkaufstouristen von der Nutzung des Automaten ab. «Unser Zielpublikum sind Leute, die von weit her nach Deutschland kommen und keine Lust oder Gelegenheit haben, die Steuer im Laden zurückzufordern», sagt Bartscherer.

«Wir stehen erst am Anfang»

Die Firma Refund Suisse mit Sitz in Tägerwilen will aber noch einen Schritt weitergehen. Sie will erreichen, dass die grünen Ausfuhrscheine verschwinden. In deutschen Geschäften soll nur noch eine kleine Ettikette auf den Kassenbeleg geklebt werden. Damit würde sich die Wartezeit in den Geschäften erübrigen, die ensteht, weil die Verkäuferinnen den Ausfuhrschein ausfüllen müssen.

In Zukunft soll auch das Abstempeln am Zoll wegfallen: «Wir verhandeln mit den deutschen Behörden, doch wir wollen nichts überstürzen», sagt Bartscherer.