Teilpensen verursachen Mehrarbeit

Der Lehrerberuf wird heute hauptsächlich von Frauen ausgeübt; Es hat sozusagen eine Verweiblichung stattgefunden. Lehrerinnen mit Kindern wollen oftmals zurück in den Beruf, aber nur mit einem kleinen Pensum. Dies stellt die Schulorganisation vor neue Herausforderungen.

Lehrerin mit Kindern.

Bildlegende: Immer mehr Lehrer arbeiten Teilzeit. Keystone

Je mehr Leute in einem Team arbeiten, desto mehr Organisation und Kommunikation brauche es, sagt Walter Klauser. Er ist Leiter vom Amt für Volksschule in Appenzell Ausserrhoden. Er fügt hinzu, dass Überlegungen gemacht würden, ähnlich wie in Zürich und Bern, damit auf eine Klasse nicht mehr als zwei oder drei Lehrerinnen kämen.

Heute sei das oftmals nicht der Fall. Mit dem Fachlehrersystem seien nur kleine Pensen möglich. Klauser bestätigt aber auch die Aussage von Hansjörg Baumer. Der Präsident des St. Galler Lehrerverbandes sagt gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF, dass durch die Verweiblichung des Lehrerberufs viele Mütter Teilzeit arbeiten würden und so je länger je mehr Teilzeitstellen geschaffen würden.

Der Bestand an Vollzeitstellen bleibt in allen Ostschweizer Kantonen etwa gleich. Rund ein Drittel der Lehrer arbeitet zu 100 Prozent. Beliebt sind die 60 bis 80-Prozent-Pensen, immer mehr werden Kleinpensen vergeben.

Die Lehrerverbände warnen allerdings auch vor kleinen Pensen. Zu viele führten in einem Schulhaus zu viel Mehrarbeit und damit zu einer Mehrbelastung.