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Sprachen-Streit Thurgau will das Frühfranzösisch nicht

Das Frühfranzösisch hat in der Primarschule nichts zu suchen. Dies sagt die vorberatende Kommission des Thurgauer Kantonsparlamentes. Sie lehnt einen Kompromiss der Regierung ab.

Legende: Audio Kein Frühfranzösisch im Thurgau (15.04.17) abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
01:09 min, aus Regi Ostschweiz vom 15.04.2017.

Auch wenn der Bundesrat höchstpersönlich drohte und der Kanton Thurgau schweizweit in die Schlagzeilen geriet: Die vorberatende Kommission des Kantonsparlamentes bleibt hart. Sie lehnt das Frühfranzösisch ab. Mit neun zu fünf Stimmen empfiehlt sie, das Französisch vom Stundenplan der Primarschulen zu streichen.

Landesweiter Streit

Im ganzen Streit um die zweite Landessprache in den Schulen machte die Thurgauer Regierung einen Kompromissvorschlag. Sie wollte einige Französisch-Stunden in der sechsten Klasse integrieren, um so die Stundentafel in der Oberstufe zu entlasten.

Aber auch diese minimale Frühfranzösisch-Variante will die Kommission nicht. «Frühfranzösisch werde überschätzt», sagt die Kommission und hofft darauf, dass das Kantonsparlament ebenso denkt.

Ausnahme-Kanton

In Sachen Frühfranzösisch ist der Thurgau eine Ausnahme: 2004 einigten sich die kantonalen Bildungsdirektoren darauf, die erste Fremdsprache ab der dritten Klasse einzuführen, die Zweite ab der Fünften. Im Thurgau aber wurde 2014 im Grossen Rat ein Vorstoss angenommen, welcher das Frühfranzösisch abschaffen will.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Franziska Landolt-Hari (Freude-herrscht)
    Wer erinnert sich gern an's Franz. in der Grundschule zurück. Den meisten hat es nur Frust gebracht. Wenn die vorpupertierenden Kinder eine Fremdsprache unter Notendruck lernen müssen, von Lehrern, von z.T. demotivierten Lehrern, ist bei den meisten Schülern Zeitverschwendung. Um bei den Kindern Freude an einer 2. Landessprache zu entwickeln, sollte sie dies spielerisch lernen. Ohne Notenduck und Grammatikregeln. 1-2 Std. wöchentl. schon im kleinen KiGa, nur mit Spielen einfachen und Wörtern.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Formalismus ist der Gott der Kleingeister. Kann sein, dass hin und wieder meine Tastatur klemmt. Aber ist das wichtig ? NEIN. Ist es nicht viel wichtiger, dass ein Kind seine komplizierten Gedanken in der Muttersprache formulieren kann, dass auch der Lehrer zu folgen vermag ? Haben wir eine schrullige Vorstellung von Kind, Schule und Wichtigkeit ? Früh-..., Früh-..., Früh-... ? Sind wir bei Trost ? Sexkoffer im Kindergarten oder was ? Jetzt ist aber Schluss mit der Unzeits- Päda- Demagogie !
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  • Kommentar von Urs Vetterli (U.V.)
    Seien wir doch froh, dass der Thurgau den Mut hat, eigene Wege zu gehen. Nur so kann nämlich untersucht werden, ob das Frühfranzösisch überhaupt etwas bringt. Musische und naturwissenschaftliche Fächer mussten in den letzten Jahren dem Sprachunterricht Platz machen und der Unterricht wurde spätestens ab der Mittelstufe extrem sprach- und kopflastig. Wäre schon interessant zu wissen, ob sich das gelohnt hat.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Also eigentlich war das Ziel des Konkordats die Harmonisierung der Lehrpläne, weil es in der heutigen mobilen Welt überaus mühsam ist wenn man umzieht und dann völlig andere Wissensstände vorfindet. Ich bin deshalb nicht sicher, dass dieser "Mut" sinnvoll ist. Und ich kann Ihnen verraten, dass der Kanton Bern "schon immer" relativ früh Französisch Unterricht hatte. Und noch mit miserabler Sprachbegabung bin ich östlich des Kt Bern der Einäugige unter den Blinden.
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