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Ostschweiz Thurgauer Bauern sitzen in der Schuldenfalle

Um sich den wirtschaftlichen Herausforderungen zu stellen, sehen sich viele Thurgauer Bauern gezwungen ihre Betriebe zu vergrössern. Hohe Schulden sind die Folge davon.

Traktor auf dem feld
Legende: Teure Maschinen sollen betriebsübergreifend zum Einsatz kommen, empfiehlt das Landwirtschaftliche Zentrum Arenenberg den Thurgauer Bauern. ZVG

Der wirtschaftliche Druck macht auch vor den Schweizer Bauern nicht halt. Im Kanton Thurgau stellen sich die Landwirte deshalb mit betrieblichen Anspassungen den Herausforderungen der Wirtschaft. Mit hohen Investitionen lassen sie ihre Betriebe vergrössern.

Einserseits mit baulichen Anpassungen, andererseits mit der Anschaffung zusätzlicher Maschinen. Diesem Effort zollen sie nun Tribut. Wie die Landwirtschaftliche Forschungsanstalt Acroscope bekannt gibt, ist jeder Landwirt in der Schweiz im Durchschnitt mit einer halben Million Franken verschuldet.

Landwirtschaftliches Zentrum schlägt Alarm

Beim Landwirtschaftlichen Zentrum Arenenberg zeigt man sich über diese Entwicklung beunruhigt. Betriebsberater Mathias Roth erklärt, dass die Rechnung der Bauern nur aufgehe, weil die Zinsen für Fremdkapital so tief seien. Sobald aber eine Zinswende eintrete, dürfte es für viele Thurgauer Bauern finanziell eng werden.

Bessere Betriebsplanung nötig

Mathias Roth vom Landwirtschaftlichen Zentrum rädt den Bauern vor Investition eine umfassende Risikoanalyse zu machen und ihre unternehmerische Verantwortung wahrzunehmen. Ställe müssten künftig möglichst günstig erstellt werden. Und zudem sollte die Praxis der betriebsübergreifenden Maschienenanschaffung vertieft werden.

3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Man hetzt unsere Bauern auf den Weltmarkt +drängt sie noch mehr zu investieren. Das sagt ja auch die EU +die Zentralbank +die Frau Lagard usw. Dass unsere Bauern niemals im Weltmarkt bestehen können ist wohl klar, deshalb will man der EU beitreten um die Nächstgrösseren aufzubauen. Wir müssen nicht im Weltmarkt bestehen, wir müssen hauptsächlich die Schweiz beliefern und ernähren können. Daneben werden Schweizer Produkte auf dem sog. "Weltmarkt" immer gefragt sein, aber nicht "too big to fail".
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  • Kommentar von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
    Keine Angst, ein Zinsanstieg ist in weiter Ferne, wenn er denn überhaupt noch jemals kommen sollte. Die westliche Welt hat sich an Tiefstzinsen gewöhnt und lebt damit. Wenn die Zinsen tatsächlich steigen sollten, gehen zuerst ein paar südeuropäische Länder pleite. Und die übrigen Länder müssen ihre Haushalte drastisch kürzen um die gestiegenen Zinsforderungen zu bezahlen. Da löst sich dann eine Problemlawine los in der die Thurgauer Bauern nicht mehr auffallen würden.
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  • Kommentar von Benedikt Rosenberg (Amadeus)
    Kaufe ich mit einem Einkommen von sfr. 60'000.--/Jahr einen neuen Porsche auf Pump, sagt jeder, dass ich spinne. Aber genau das passiert in der Landwirtschaft. Der Maschinenpark ist im Verhältnis zur bewirtschaftenden Fläche völlig überdimensioniert. Wir subventionieren eigentlich nicht den Bauer sondern die angegliederte Wirtschaft wie Landmaschinenhersteller, Agrochemie, Bauwirtschaft usw. Der Bauer ist nur ein Durchlauferhitzer. Ein Aebi z.B. kostet heute bis 200'000 sfr. Absoluter Irrsinn.
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