Thurgauer Parteien stellen sich gegen Grünliberale

Der Nationalratssitz der Thurgauer Grünliberalen ist in Gefahr. Sowohl die FDP, die den Sitz vor drei Jahren verloren hat, als auch die damaligen grünliberalen Partner auf der Listenverbindung haben es auf den Sitz abgesehen. Möglich, dass es bei den Wahlen in einem Jahr zu neuen Verbindungen kommt.

Tribüne des Nationalrates

Bildlegende: Schauen die Thurgauer Grünliberalen schon bald von der Tribüne in den Nationalratssaal? Keystone

Die Überraschung war gross, als bei den letzten Nationalratswahlen vor drei Jahren eine Listenverbindung aus den Thurgauer Kleinparteien BDP, EVP, EDU und Grünliberalen den Einzug in den Nationalrat schaffte. Sie eroberten den Sitz der FDP, die damit erstmals seit der Gründung des Bundesstaates keinen Sitz mehr beanspruchen kann. Nun ist der Sitz des Grünliberalen Thomas Böhni in Gefahr.

Eine Umfrage des «Regionaljournals Ostschweiz» von Radio SRF zeigt, dass es mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr zur Listenverbindung zwischen BDP, EVP, EDU und Grünliberalen kommt. So wie es aussieht, müssen die Grünliberalen den Alleingang wagen – was der Partei mit grosser Wahrscheinlichkeit den Sitz kosten wird. Auch bestätigen die Parteistrategen, dass es Gespräche für eine «konstruktive Mitte» gegeben hat. Unter anderem wird ein gemeinsames Vorgehen von BDP, CVP und FDP diskutiert. Konkreter wollen die Parteistrategen nicht werden, auch wollen sie sich nicht zitieren lassen.

Auch die SVP hat Gespräche aufgenommen. Die EDU könnte bei den nächsten Nationalratswahlen auf der Seite der SVP stehen.

Die nächsten Entscheide über mögliche Listenverbindungen werden Mitte September fallen.