Thurgauer Schnellstrasse: Neue Abstimmung gefordert

Die Reaktionen auf die Verdoppelung der Kosten bei der BTS, der Bodensee-Thurtal-Strasse, sind heftig. 2012 haben 55 Prozent des Thurgauer Stimmvolkes Ja gesagt zur BTS. Allerdings zu 800 Millionen Franken.

Landschaft im Thurgau mit Visieren, um die geplante Strasse zu visualisieren.

Bildlegende: Hier soll die BTS langgehen: Wer ist schuld an der Kostensteigerung bei der Bodensee-Thurtal-Strasse? Keystone

Im Kanton Thurgau schütteln viele den Kopf: 1,5 Milliarden statt 800 Millionen soll die BTS kosten. Fast eine Verdoppelung der Kosten. Zwar ist es bei der Abstimmungsfrage 2012 nicht um einen Kredit gegangen, sondern um die Frage: Soll die BTS gebaut werden? Trotzdem findet SP-Kantonsrat Peter Dransfeld, dass Fehler gemacht worden seien. Und man müsse herausfinden, was für Fehler. Sonst glaube das Volk den Politikern bald kein Wort mehr.

«  Nach meinem Demokratieverständnis müsste man diese Abstimmung wiederholen. »

Peter Dransfeld
Kantonsrat SP/TG

Wiederholen müsse man diese Abstimmung nicht, entgegnet die Bauchefin Carmen Haag. Denn es sei nicht um einen Kredit gegangen, sondern um die Frage, ob die Strasse gebaut werden soll. Sie spricht denn auch lieber von einer Kostengenauigkeit anstatt von einer Kostensteigerung. Und für den Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra) seien die neuen Zahlen im Bereich des Erfahrungswertes für zweispurige Nationalstrassen. Man hätte auch eine interne und externe Revision gemacht. Dabei habe sich gezeigt, es seien keine Fehler gemacht worden.

Auch GPK will Antworten

Noch ist die Debatte um die Kostensteigerung der BTS für Carmen Haag nicht ausgestanden. Auch die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates verlangt nach Antworten. Am Mittwoch in einer Woche muss die Bauchefin den Parlamentariern erklären, warum die BTS nicht 800 Millionen, sondern fast das Doppelte kostet.