Fairtiq im Ostwind Ticket-App mit Tücken

Die neue Ticket-App «Fairtiq» soll das Bahn- und Busfahren in der Ostschweiz kundenfreundlicher machen. Es gibt aber Tücken.

Die Vorteile: Mit der neuen Ticket-App hat man den «Ticketautomaten in der Hosentasche», erklärt Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der Verkehrsbetriebe der Stadt St.Gallen. Das Ticket wird während der Fahrt gelöst und nicht mehr vor der Fahrt. Dazu muss die App vor der Fahrt aktiviert und nach der Fahrt wieder beendet werden. Fairtiq berechnet dann die Kosten der effektiv gefahrenen Strecke. Die Ticket-App verrechnet immer den günstigsten Tarif. Ist eine Tageskarte also beispielsweise günstiger als mehrere Einzelfahrten, wird automatisch eine Tageskarte verrechnet.

Die Schwierigkeit: Fairtiq funktioniert im Moment nur innerhalb des Tarifverbunds Ostwind und in Liechtenstein. Wer über die Verbunds-Grenze fährt, wird automatisch zum Schwarzfahrer. Die App gibt während der Fahrt keine Warnung und verrechnet nur den Preis innerhalb des Tarifverbunds. Man werde aber am Anfang kulant sein, heisst es von den Verantwortlichen.

Die Lösung: Die verantwortlichen Unternehmen wollen in einem nächsten Schritt verbundübergreifende Ticket-Käufe möglich machen. Fairtiq-Geschäftsführer Gian-Mattia Schucan rechnet damit, dass bis Ende Jahr oder Anfang des nächsten Jahres eine Lösung gefunden werden kann.

Kampf um die beste App

Fairtiq in der Ostschweiz: Die fünf Bahn- und Busunternehmen Thurbo, Appenzeller Bahnen, Bus Ostschweiz, VBSG und Regiobus sowie der Verkehrsbetrieb Liechtensteinmobil spannen zusammen: Sie haben bei der Firma Fairtiq eine App für das gemeinsame Tarifgebiet eingekauft. Fairtiq gibt es seit einem Jahr auch in den Regionen Bern, Luzern, Freiburg und im Engadin.
Das machen die SBB: Die SBB, als grösste Anbieterin im öffentlichen Verkehr, ist an Fairtiq nicht beteiligt. Man realisiere zusammen mit BLS und Postauto ein eigenes System zur automatischen Reiseerfassung heisst es bei den SBB. Die Testphase sei vor zwei Wochen gestartet worden.