Tiefe Grippe-Impfquote beim Pflegepersonal hält an

Weniger Grippe-Patienten im Spital ist das langfristige Ziel eines Forschungsprojekts, lanciert vom Kantonsspital St. Gallen. Patienten sollen vor einer Ansteckung durch das Personal, die Besucher oder andere Patienten geschützt werden.

Frau verabreicht Impfdosis

Bildlegende: In den Schweizer Spitälern lassen sich im Schnitt nur 22 Prozent des Pflegepersonals gegen Grippe impfen. Keystone

Ein Gutschein fürs Mittagessen im Personalrestaurant und ein Button zum Anstecken: Dies habe möglicherweise dazu beigetragen, dass sich ein grösserer Teil des medizinischen Personals der Spital Thurgau AG gegen die Grippe hat impfen lassen - auch diesmal wieder. Die Verantwortlichen des Kantonsspitals St. Gallen wollen keinen Druck aufsetzen und gehen einen anderen Weg.

Patienten vor Ansteckung schützen

Das KSSG untersucht seit einem knappen Jahr die Frage, warum ist die Impfbereitschaft so schlecht und dies nicht nur in St. Gallen. Auch in Chur liegt sie unter 20 Prozent.

Anhand der Antworten will das Kantonsspital St. Gallen in gut zwei Jahren Massnahmen vorschlagen, die nicht unbedingt die Grippe-Impfbereitschaft beim Pflegepersonal steigern, sondern primär die Patienten vor einer Ansteckung schützt. Die ersten Erkenntnisse, so der zuständige Chefarzt Infektiologie, Pietro Vernazza, seien erstaunlich.

«  Es gibt deutlich mehr Grippefälle in einem Spital als erwartet. Ein Viertel aller Fälle wird von den Patienten selber oder den Besuchern übertragen. »

Pietro Vernazza
Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital St. Gallen

Das St. Galler Forschungsprojekt soll in gut zwei Jahren abgeschlossen sein. Auch das Kantonsspital Chur, so wurde auf Anfrage bestätigt, erwartet gespannt dessen Ergebnisse. Es möchte diese aufnehmen, dass es auch am Spital Chur in Zukunft weniger Grippe-Patienten gibt.