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Ostschweiz Toggenburger Bauern kämpfen um ihren Kälbermarkt

Die Kälbermärkte müssen ab Juli ohne Bundesbeiträge auskommen, was auch die Ostschweizer Märkte vor eine ungewisse Zukunft stellt. Herisau gibt auf. In Wattwil aber, geben die Bauern noch nicht auf. Sie wollen den Sommer abwarten.

Ernst Bohl hat Sorgen: «Im Juli, August und September werden wir den Markt genau beobachten und die nötigen Schlüsse ziehen, wie es weitergeht», sagt der pensionierte Bauer. Er ist Präsident des Kälbermarktes in Wattwil. Laut Bohl wird es für den Verein eng ohne Bundesgelder. Er fürchtet, dass in der Markthalle weniger Kälber gehandelt werden und die Händler ausbleiben.

Import-Kontingent fällt weg

Konkret streicht der Bund die sogenannten Import-Kontingente der Händler, welche diese für die Kälber erhalten, die sie am Markt ersteigern. Der Bund knüpft diese an einen Leistungsauftrag. So müsste die Qualität der Tiere am Markt eingeschätzt werden.

Kontrollen des Bundesamtes für Landwirtschaft brachten jedoch an den Tag, dass dies nicht der Fall ist. «Wir stellten zudem immer wieder fest, dass es auf den Märkten zu Schein-Versteigerungen gekommen ist», sagt Niklaus Neuenschwander vom Bundesamt für Landwirtschaft.

Blieben die Händler aus?

In der Ostschweiz haben Kälbermärkte in Herisau und Wattwil Tradition. Ohne Bundesgelder sehen die Organisatoren des Marktes in Herisau keine Zukunft. Anders in Wattwil: «Wenn wir zusammenstehen, sind wir in der Lage, auch diese schwierige Situation zu überstehen», sagt der Chef der Markthalle in Wattwil, Toni Huber. Die Verantwortlichen im Toggenburg fürchten, die Händler bleiben aus. Diese aber sehen durchaus auch ohne Bundesgelder Vorteile. Für ihn bleibe der Markt interessant, sagt Werner Item, Händler aus dem Thurgau: «Er ist ein Sammelplatz für die Berggebiete. Wenn der Markt nicht mehr existieren würde, müssten wir mit den Lastwagen in die Seitentäler fahren, was praktisch unmöglich ist.»

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