Toggenburger Waffelfabrik findet kein Temporär-Personal

Der Toggenburger Waffelfirma Kägi läuft das Auslandgeschäft so gut, dass sie mehr Personal braucht. Dazu möchte sie vorübergehend Personal einstellen, dass andernorts von Kurzarbeit betroffen ist. Eine Idee, die mit Skepsis aufgenommen wird.

Verkaufsstand der Kägi AG an der Olma.

Bildlegende: Auch in Asien und im mittleren Osten beliebt: Schoggiwaffeln aus der Ostschweiz. SRF

Rund zwölf zusätzliche Mitarbeiter sucht die Toggenburger Firma Kägi für die nächsten Monate. Gefragt sind unter anderem Maschinenführer und Schichtleiter, sagt Firmenchef Marc Tümmers gegenüber Radio SRF.

Seine Anfrage bei Unternehmen in der Region, die aktuell von Kurzarbeit betroffen sind und daher einen Teil ihres Personals vorübergehend zur Verfügung stellen könnten, blieben bisher unbeantwort. «Ich hatte gedacht, ich tue ihnen einen Gefallen», sagt Tümmers.

Bei der Toggenburger Arbeitgebervereinigung kommt Tümmers Idee grundsätzlich gut an. Dennoch äussert Präsident Philippe Schiess Bedenken.

«  «Einige Chefs befürchten vielleicht, ihr Personal könnte abgeworben werden». »

Philippe Schiess
Präsident Arbeitgebervereinigung

Kägi-Chef Tümmers verneint: Das wolle er auf keinen Fall.

Keine gängige Praxis

Personal-Ausleihen im grossen Stil sind in der Ostschweiz unüblich. Bei den kantonalen Stellen in St. Gallen und Frauenfeld sind keine Fälle bekannt. Aktuell ist das Thema jedoch im Kanton Graubünden.

Dort hat der Kanton eine Studie in Auftrag gegeben, die Vorschläge für ganzjährige Jobs in der Tourismusbranche aufzeigen soll. Eine Möglichkeit wäre, dass sich Sommer- und Winterhotels einen Teil ihres Personals teilen.