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Unesco-Weltnaturerbe Sardona Bad Ragaz will nicht mehr

Vorgeschichte: Unter der Bezeichnung Tektonikarena Sardona wurde die Region der Glarner Hauptüberschiebung im Juli 2008 von der UNESCO mit einem fast 33'000 Hektar grossen Gebiet in das Verzeichnis des Weltnaturerbes aufgenommen. Zum Welterbegebiet gehören sieben Dreitausender und der Pizol. Die Tektonikarena erstreckt sich über mehrheitlich hochalpine Landschaften auf dem Gebiet von 13 Gemeinden zwischen dem Vorderrheintal, dem Linthtal und dem Walensee.

Berge mit gut sichtbarer Überschiebungslinie
Legende: Die Tschingelhörner mit dem Martinsloch und der gut sichtbaren Überschiebungslinie, die sich horizontal durch die Felswand zieht. Keystone

Trägerschaft: Die Trägerschaft des UNESCO-Welterbes Tektonikarena Sardona wird von einer Interessengemeinschaft (IG) gebildet. In der IG UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona sind alle 13 politischen Gemeinden vertreten, welche einen Flächenanteil am Welterbeperimeter aufweisen: Bad Ragaz, Flums, Mels, Pfäfers, Quarten, Vilters-Wangs, Glarus, Glarus Nord, Glarus Süd sowie Flims, Laax, Tamins und Trin. In einer Gemeindevereinbarung haben sich diese Gemeinden zur gemeinsamen Erhaltung und Pflege des Welterbes Sardona verpflichtet, heisst es auf der Homepage der Tektonikarena Sardona. Aus diesem Grund unterstützen die Gemeinden die IG jährlich finanziell mit Beiträgen zwischen 1000 und 4000 Franken. Dazu kommen Beiträge der Kantone St. Gallen, Graubünden und Glarus sowie vom Bund und von Dritten. Pro Jahr kommen so zwischen 600'000 und 800'000 Franken zusammen.

Der Austritt: Die Gemeinde Bad Ragaz hat sich dazu entschieden, aus der IG auszusteigen. Der Grund: Bad Ragaz profitiere touristisch kaum vom Label des Welterbes, sagt Gemeindepräsident Daniel Bühler. Aus diesem Grund habe Bad Ragaz auch seit 2009 keine Beiträge mehr bezahlt. In Zukunft werde man individuelle Gesuche aber prüfen. Auch die St. Galler Gemeinde Flums bezahlt seit Jahren keine Beiträge mehr und hat einen Austritt geprüft. Definitiv ist aber noch nichts, die Gespräche laufen.

Die Reaktionen: Dass Bad Ragaz aus der IG aussteigen wird, bedauere man, sagt Harry Keel, Geschäftsführer der Tektonikarena. Und auch in Flims hat Gemeindepräsident Adrian Steiger wenig Verständnis dafür: «Es ist schade, gerade für einen Kurort mit Weltformat, wie Bad Ragaz es ist. Aber wir müssen diesen Entscheid akzeptieren.» Flims selbst werde auch in Zukunft mit dem Weltnaturerbe werben: Nebst der bereits bestehenden Sardona App ist ein Zubringer in die Tektonikarena geplant.

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