Vater und zwei Kinder bei Familiendrama getötet

Die St. Galler Kantonspolizei hat am Sonntag in einem ausgebrannten Auto zwei verkohlte Kinderleichen gefunden. Der Vater lag mit schweren Verbrennungen einige hundert Meter vom Auto entfernt. Er starb an den Verletzungen. Die Polizei geht davon aus, dass der Vater seine Töchter umgebracht hat.

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Tragödie im St. Galler Rheintal

2:13 min, aus Schweiz aktuell vom 26.8.2013

Wie die beiden Mädchen im Alter von zwei und fünf Jahren ums Leben kamen, sei noch nicht bekannt, teilt die Kantonspolizei St. Gallen mit. Dies herauszufinden ist nun Aufgabe des Instituts für Rechtsmedizin.

Das Auto ist in einer Waldlichtung bei Grabs ausgebrannt. «Wir gehen davon aus, dass der Mann das Auto angezündet hat», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi gegenüber Radio SRF1. Die genauen Umstände der Tat werden abgeklärt.

Töchter bei Verwandtem abgeholt

Die Mutter der beiden Mädchen hatte am Sonntagnachmittag die Polizei alarmiert, weil der getrennt vor ihr lebende Mann seine Töchter unberechtigterweise bei einem Verwandten abgeholt hatte und mit ihnen geflüchtet war. Daraufhin leitete die Polizei eine Fahndung nach dem Auto des 44jährigen ein.

Wenig später ging in der Notrufzentrale eine Meldung ein. Passanten hatten im Gebiet «Simmenbödeli» bei Grabs eine Rauchsäule entdeckt. Die Polizei fand das ausgebrannte Fahrzeug des Vaters und darin die zwei verkohlten Kinderleichen.

Der mutmassliche Täter wurde mit schweren Brandverletzungen einige hundert Meter vom Tatort entfernt entdeckt. Er wurde durch die Rettungsflugwacht in eine Spezialklinik geflogen und verstarb am frühen Abend.

Unglück in Schule thematisiert

100 Meter vom Tatort entfernt befindet sich das «Simmenbödeli», welches oft von Familien mit Kindern besucht wird. Auch Schüler aus dem nahe gelegenen Schulhaus Berg in Grabs verlegen den Unterricht jede Woche für eine Stunde an diesen Ort.

Im Schulhaus wurde das Unglück am Montagmorgen thematisiert. «Die Kinder haben das Thema eingebracht», bestätigt Schulratspräsident Diego Forrer. Die Klassenlehrer hätten ihnen Zeit gelassen um sich auszutauschen und ihre Trauer auszudrücken, seien danach aber ohne grosse Diskussion wieder zum normalen Unterricht übergegangen.