Verhandlungen mit Risiko behaftet

Die Verhandlungen zum Tarifstreit im Obertoggenburg könnten weitreichende Folgen haben. Der Kanton macht nämlich künftige finanzielle Darlehen abhängig von einer Einigung.

Skilift mit Skifahrern.

Bildlegende: Die Churfirsten im Hintergrund sind typisch für das Skigebiet Obertoggenburg. Keystone

Kantonsrat Christoph Turnherr hat im vergangenen Juni eine schriftliche Anfrage an die St.Galler Regierung eingereicht. Mit dieser wollte er in Erfahrung bringen, ob das Obertoggenburg weiterhin von befristeten Darlehen des Kantons profitieren könne, wenn keine Einigung beim Tarifstreit erzielt werden könne. Die Regierung antwortete darauf, dass «die Voraussetzung für weitere Darlehen an eine noch engere strategische Zusammenarbeit der Bergbahnen im Toggenburg geknüpft ist».

Keine Einigung, kein Geld

Für Kantonsrat Christoph Turnherr ist aufgrund der Antwort klar, dass keine Darlehen gewährt werden, wenn sich die beiden Bergbahnen im Tarifstreit nicht einigen können. Die Toggenburg Bergbahnen AG und die Bergbahnen Wildhaus AG streiten seit Mai diesen Jahres über die Verteilung der Gelder aus dem seit Jahren zwischen diesen beiden Bahnen bestehenden Tarifverbund. Kantonsrat Christoph Turnherr befürchtet nebst den ausbleibenden Darlehen auch einen grossen Imageschaden für das ganze Toggenburg. Dieser sei bereits angerichtet. Es bleibe nun einfach zu hoffen, dass sich die beiden Bergbahnen doch noch einigen können.

Schweigen bei den Beteiligten

Die beiden Bahnen äussern sich nicht zur Situation. Die Verhandlungen seien am Laufen und kommuniziert werde erst dann, wenn es etwas zu sagen gäbe. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Treffen mit den beiden Parteien abgehalten. Zu einem Resultat haben diese bis heute nicht geführt. Auch nicht äussern tut sich Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth. Dies sei mit den beiden Bahnen vereinbart worden.

Kein Notstand beim Tourismus

Eine baldige Einigung erhofft sich auch Tourismus Toggenburg. Dass sich die Verhandlung zeitlich verzögere, habe wohl mit Verhandlungstaktik der Beteiligten zu tun, so Tourismus-Präsident Max Nadig. Er sieht indes aber noch keinen Notstand. Das Buchungsverhalten der Gäste habe sich verändert. Gebucht werde ohnehin kurzfristig, und bis dann werde wohl eine Einigung der beiden Bahnen erfolgt sein.