Pumpspeicherwerk Linth-Limmern Verluste waren kaum ein Thema

Staumauer

Bildlegende: Die Verluste des Kraftwerks Linth-Limmern sorgen für einen Rechtsstreit zwischen der Axpo und dem Kanton Glarus. Keystone

Landsgemeinde 2010: Die Euphorie war gross. Regierung und Parlament waren der Meinung, dass das Pumpspeicherwerk Linth-Limmern ein Goldesel wird. Es sollte jährlich satte Gewinne abwerfen und die Kantonskasse füllen. Mögliche Risiken wurden in der Vorlage zwar erwähnt. Für die Regierung war aber klar, dass «die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen.» Die Landsgemeinde stimmte einer Aktienkapitalerhöhung und damit dem Bau des neuen Kraftwerks zu.

«  Es handle sich um eine höchst lohnende Beteiligung ohne realistisches Risiko. »

Finanzkommission
Memorial Landsgemeinde 2010

Das Pumpspeicherwerk: Das neue Kraftwerk oberhalb von Linthal ist beinahe fertiggestellt. Im Sommer soll es in Betrieb gehen und 1000 Megawatt Strom liefern. In den letzten Jahren sanken die Strompreise massiv. Deshalb ist klar, dass das Pumpspeicherwerk Linth-Limmern in den nächsten Jahren hohe Defizite verursachen wird.

Der Gerichtsfall: Als Rechtsgrundlage dient der Gründungsvertrag der Kraftwerke Linth-Limmern von 1957. Dieser war auf kleinere Kraftwerke ausgerichtet. Die Axpo und der Kanton Glarus sind sich nun uneins, wer die Defizite des neuen Pumpspeicherwerks in welchem Umfang tragen muss. Die Axpo bereitet eine Klage vor. Regierungsrat Rolf Widmer gesteht ein, dass man das Thema unterschätzt habe.

«  Mögliche Verluste waren nie ein Thema. »

Rolf Widmer
Regierungsrat