Verwirrende Argumente des Ostschweizer Kinderspitals

Die Intensivstation stünde auf dem Spiel, wenn der Erweiterungsbau nicht realisiert werden könne, sagt der Leiter des Kinderspitals zu einer Einsprache. Doch bei der Bewilligungsinstanz will man davon nichts wissen.

Ein Neugeborenes wird von einer Krankenschwester betreut

Bildlegende: Die Intensivstation des St. Galler Kinderspitals braucht mehr Platz. Keystone

Gegen den Erweiterungsbau des Kinderspitals hat ein Besitzer eines Nachbarhauses Einsprache erhoben. Für den Leiter des Spitals, Marco Fischer, steht damit die Bewilligung der Intensivstation auf dem Spiel: «Wir können die Anforderungen der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) bei den Flächenvorgaben nicht mehr erfüllen», sagt er gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF.

Bei der SGI sieht man die Zukunft der Intensivstation am Ostschweizer Kinderspital indes nicht in Gefahr. «Die Vorgaben zur Fläche pro Bett sind nur eine von vielen. Ausserdem hat das Kinderspital schon seit Jahren ein Platzproblem», sagt Hans Pargger. Er präsidiert die Kommission, welche die Entscheide der SPI vorbespricht.

Die SGI könne dem Kinderspital nach jahrelanger Bewilligung der aktuellen Verhältnisse nicht plötzlich die Bewilligung entziehen.

Andere Optionen werden geprüft

Grundsätzlich gilt, dass eine Intensivstation auch geführt werden kann, wenn eine Bewilligung der SGI nicht vorliegt. In diesem Fall bekäme das Spital aber weniger Geld von Versicherern und Krankenkassen.

Hat Marco Fischer vom Kinderspital also leer gedroht? Nein, sagt dieser im Gespräch. Der Entzug der Bewilligung und damit die Schliessung der Intensivstation seien realistisch, wenn das Kinderspital nicht ausbauen könne.

Die Konfusion rund um die Argumente der Leitung des Kinderspitals könnten indes schon bald nicht mehr wichtig sein. Man prüfe nun andere Optionen, sagt Marco Fischer. Schlimmstenfalls wäre eine interne Neuorganisation von Nöten.